
FEI diskutiert umfassende Reform der Springregeln – Fokus auf Tierwohl und Fairness
Zentrale Themen: Blutregel, Ruhezeiten, junge Pferde und Qualifikationsstandards
Inhaltsverzeichnis
Im Rahmen der vierten Sitzung zur Überarbeitung des FEI-Regelwerks für das Springreiten präsentierte Springdirektor Todd Hinde die nächsten Schritte des Reformprozesses. Unterstützt wird die FEI von der Kanzlei Bird & Bird, um den komplexen Ablauf juristisch abzusichern. Die Überarbeitung zielt nicht auf radikale Änderungen ab, sondern auf eine klarere und praxistauglichere Struktur der bestehenden Regeln.
Im Mittelpunkt der Diskussion unter Leitung von Jessica Kürten standen unter anderem die sogenannte Blutregel (Artikel 241.3), Ruhezeiten für Pferde und Pfleger, der Umgang mit Spezialwettbewerben sowie Standards für junge Pferde und Mindestqualifikationen (MERs) bei Turnieren. Insbesondere Artikel 241.3 soll künftig differenzierter angewendet werden: Statt automatischer Disqualifikation könnten abgestufte Sanktionen wie Verwarnungen und gelbe Karten eingeführt werden.
Bezüglich der Ruhezeiten forderten Vertreter wie die International Grooms Association eine nachhaltige Lösung für fairere Arbeitsbedingungen. Auch die Relevanz klassischer Spezialwettbewerbe wurde infrage gestellt. Bei der Förderung junger Pferde wurde betont, dass Ausbildung Vorrang vor frühem Erfolgsdruck haben müsse.
Zudem wurden Vorschläge für ein System von Mindestanforderungen und Lizenzen diskutiert, um eine sichere Teilnahme an hochkarätigen Wettbewerben zu gewährleisten. Die Sitzung verdeutlichte die breite Übereinstimmung darüber, dass langfristige Verbesserungen nur durch enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erreichbar sind.