Pferdekopf von unten fotografiert mit Halfter in der Sonne, Nahaufnahme der Nüstern mit Gegenlicht

Hitzestress beim Pferd: Ursachen, Symptome und umfassendes Management für heiße Tage

Hitzestress beim Pferd entsteht, wenn die Wärmeproduktion des Körpers die Möglichkeiten zur Wärmeabgabe übersteigt. Besonders belastend sind hohe Luftfeuchtigkeit, direkte Sonneneinstrahlung, Bewegung, unzureichende Wasseraufnahme und schlecht durchlüftete Umgebungen. Frühe Anzeichen sollten ernst genommen werden, weil sich Hitzestress zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag entwickeln kann.

Inhaltsverzeichnis

Warum Hitzestress beim Pferd oft unterschätzt wird

Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, wird vielen Pferdebesitzern bewusst, dass sie ihr Management anpassen müssen. Dennoch zeigt die Praxis jedes Jahr aufs Neue, dass Hitzestress beim Pferd häufig unterschätzt wird. Das liegt vor allem daran, dass sich die Belastung selten abrupt zeigt. Vielmehr handelt es sich um einen schleichenden Prozess, der sich über Stunden oder sogar Tage hinweg entwickeln kann.

Gerade im Zusammenhang mit anderen gesundheitlichen Themen wird deutlich, wie wichtig ein ganzheitlicher Blick ist. So kann beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem die Belastbarkeit gegenüber Hitze zusätzlich reduzieren.

Mehr dazu findest du auch in unserem Artikel zur allgemeinen Pferdegesundheit.

Ein Pferd, das am Morgen noch völlig unauffällig wirkt, kann am Nachmittag bereits erste Anzeichen von Kreislaufproblemen zeigen. Oft werden diese frühen Signale jedoch nicht richtig eingeordnet. Müdigkeit, reduzierte Leistungsbereitschaft oder vermehrtes Schwitzen erscheinen zunächst harmlos. Tatsächlich können sie jedoch bereits Ausdruck einer beginnenden Überforderung des Organismus sein.

Hinzu kommt, dass viele Pferdebesitzer sich stark an der Außentemperatur orientieren. Doch diese allein sagt wenig über die tatsächliche Belastung aus. Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung, Sonneneinstrahlung und individuelle Faktoren des Pferdes spielen eine ebenso große Rolle. Gerade diese komplexen Zusammenhänge machen Hitzestress zu einem Thema, das ein ganzheitliches Verständnis erfordert.

Was im Pferdekörper passiert: Die Physiologie von Hitze und Belastung

Um Hitzestress wirklich beurteilen zu können, ist es entscheidend zu verstehen, welche Prozesse im Körper des Pferdes ablaufen, wenn es warm wird. Der Organismus ist darauf ausgelegt, die Körpertemperatur in einem engen Bereich konstant zu halten. Bereits Abweichungen können die Funktion von Enzymen, Organen und dem gesamten Stoffwechsel beeinträchtigen.

Ein interessanter Zusammenhang besteht beispielsweise zu Erkrankungen oder Belastungen, bei denen der Stoffwechsel ohnehin gefordert ist. Pferde, die bereits gesundheitlich vorbelastet sind, reagieren häufig sensibler auf Hitze. Die Wärmeproduktion im Körper entsteht kontinuierlich. Selbst in Ruhe erzeugt das Pferd Wärme durch Stoffwechselprozesse und Verdauung.

Besonders die Fermentation von Raufutter im Dickdarm führt zu einer erheblichen Wärmeentwicklung. Dieser Effekt wird im Sommer oft unterschätzt, da er unabhängig von Bewegung auftritt. Kommt körperliche Aktivität hinzu, steigt die Wärmeproduktion deutlich an. Die Muskulatur arbeitet intensiver, Energie wird umgesetzt und ein großer Teil dieser Energie wird in Wärme umgewandelt.

Unter normalen Bedingungen kann diese Wärme über die Haut abgegeben werden. Wird dieser Mechanismus jedoch eingeschränkt, beginnt sich die Wärme im Körper zu stauen. Das zentrale Instrument zur Kühlung ist das Schwitzen. Pferde verfügen über hochaktive Schweißdrüsen, die es ihnen ermöglichen, große Mengen Flüssigkeit abzugeben. Der Schweiß enthält neben Wasser auch Elektrolyte, die für die Funktion von Muskeln und Nerven unerlässlich sind. Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen: Während der Körper versucht, sich zu kühlen, verliert er gleichzeitig Substanzen, die für seine Stabilität notwendig sind.

Hitzestress beim Pferd: Welche Symptome sind typisch?

Die Symptome von Hitzestress sind nicht immer eindeutig. Gerade frühe Anzeichen wie Mattigkeit oder reduzierte Leistungsbereitschaft können leicht fehlinterpretiert werden. Ähnliche Symptome treten beispielsweise auch bei fieberhaften Erkrankungen auf. Entscheidend ist deshalb immer die Gesamtsituation: Wetter, Belastung, Trinkverhalten, Schwitzverhalten, Atmung und Verhalten des Pferdes sollten gemeinsam betrachtet werden.

Frühe Anzeichen erkennen

• vermehrtes oder ungewohnt starkes Schwitzen

• beschleunigte Atemfrequenz und deutliches Hecheln bzw. angestrengte Atmung

• Müdigkeit, Mattigkeit oder ungewöhnlich geringe Leistungsbereitschaft

• erhöhte Herzfrequenz

• starker Durst oder auffällig geringe Wasseraufnahme

• ungewöhnliche Unruhe oder im Gegenteil deutliche Teilnahmslosigkeit

Ein wichtiger Punkt: Nicht jedes Pferd zeigt dieselben Anzeichen. Auch das Schwitzen selbst muss differenziert betrachtet werden. Ein Pferd kann stark schwitzen und dennoch Schwierigkeiten haben, ausreichend Wärme abzugeben, wenn die Verdunstung bei hoher Luftfeuchtigkeit eingeschränkt ist.

Wann wird Hitzestress gefährlich?

Wenn die körpereigenen Kühlmechanismen nicht mehr ausreichen, kann der Kreislauf zunehmend instabil werden. Flüssigkeitsverluste beeinflussen das Blutvolumen, das Herz muss stärker arbeiten und die Versorgung der inneren Organe kann sich verschlechtern. Spätestens bei deutlicher Schwäche, Koordinationsproblemen, auffälligem Verhalten oder anhaltend stark erhöhter Atmung ist die Situation ernst zu nehmen und tierärztlich abzuklären.

Der entscheidende Faktor: Luftfeuchtigkeit und Verdunstung

Ein Punkt, der im Alltag häufig unterschätzt wird, ist die Rolle der Luftfeuchtigkeit. Während viele Pferdebesitzer vor allem auf die Temperatur achten, ist es in Wirklichkeit die Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die über die Belastung entscheidet.

An trockenen Tagen kann der Schweiß gut verdunsten. Die Verdunstung entzieht der Haut Wärme und sorgt für eine effektive Kühlung. Steigt jedoch die Luftfeuchtigkeit, wird dieser Prozess zunehmend behindert. Die Luft ist bereits mit Feuchtigkeit gesättigt, sodass weniger Wasser von der Hautoberfläche aufgenommen werden kann.

🎥 Videotipp: In diesem Video erfährst du alles über das Schwitzen bei Pferden und warum Elektrolyte dabei so wichtig sind. Du lernst, wie du das Schwitzen deines Pferdes richtig einschätzt, welche Rolle Elektrolyte für die Gesundheit spielen und wie du sie gezielt einsetzen kannst, um dein Pferd optimal zu unterstützen. Perfekt für alle, die ihr Pferd bei sportlichen Leistungen, heißen Temperaturen oder Stresssituationen bestmöglich versorgen möchten!

Zwei Pferde mit Halftern stehen nebeneinander und lecken an einem Salzleckstein, Nahaufnahme im Stallbereich

Von Hitzestress zum Hitzschlag: Ein schleichender Übergang

Hitzestress ist kein klar abgegrenzter Zustand, sondern ein Prozess. Er beginnt oft unbemerkt und entwickelt sich schrittweise. Anfangs ist der Körper noch in der Lage, die Belastung zu kompensieren. Das Pferd schwitzt stärker, die Atemfrequenz steigt und die Durchblutung der Haut wird erhöht.

Mit zunehmender Belastung geraten diese Mechanismen jedoch an ihre Grenzen. Die Flüssigkeitsverluste nehmen zu, die Herzfrequenz steigt und der Kreislauf wird instabil. Gleichzeitig verschlechtert sich die Versorgung der inneren Organe.

Wird dieser Zustand nicht rechtzeitig unterbrochen, kann sich ein Hitzschlag entwickeln. Dabei steigt die Körpertemperatur so stark an, dass es zu direkten Schäden an Zellen und Geweben kommen kann. Besonders empfindlich sind das Gehirn, die Muskulatur und die inneren Organe.

Ein Hitzschlag ist ein absoluter Notfall. Entscheidend ist deshalb, Hitzestress möglichst früh zu erkennen und die Belastung sofort zu reduzieren. Ein Hitzschlag entsteht nicht aus dem Nichts, sondern ist häufig die Folge eines nicht erkannten oder nicht ausreichend behandelten Hitzestresses.

Typische Fehler im Alltag – und warum sie so gefährlich sind

Viele Fälle von Hitzestress lassen sich auf wiederkehrende Fehler im Alltag zurückführen. Diese entstehen oft nicht aus Unwissenheit, sondern aus Gewohnheit oder falschen Annahmen. Ein klassischer Fehler ist das Training zur falschen Tageszeit. Gerade im Freizeitbereich wird häufig am Nachmittag geritten, weil es zeitlich am besten passt. Genau dann ist die Belastung jedoch oft am höchsten.

Das Pferd arbeitet in der größten Hitze, produziert zusätzliche Wärme und hat gleichzeitig schlechtere Bedingungen zur Kühlung. Ein weiterer häufiger Fehler ist das sogenannte „Abduschen und Stehenlassen“. Das Pferd wird nach der Arbeit abgespritzt und anschließend sich selbst überlassen. Entscheidend ist jedoch nicht nur, Wasser auf das Pferd zu bringen, sondern die Kühlung sinnvoll zu gestalten und das Pferd weiter zu beobachten.

Auch die Wasserversorgung wird oft unterschätzt. Ein halb leerer Trog oder verschmutztes Wasser können dazu führen, dass das Pferd weniger trinkt. Gerade bei hohen Temperaturen kann das schnell zu einem kritischen Flüssigkeitsdefizit führen.

Stallmanagement im Sommer: Mehr als nur offene Fenster

Ein gut durchdachtes Stallmanagement ist die Grundlage für gesunde Pferde im Sommer. Dabei geht es nicht nur darum, für ausreichend Luft zu sorgen, sondern ein Gesamtsystem zu schaffen, das die Belastung reduziert. Die Bauweise des Stalls spielt eine entscheidende Rolle. Dunkle Dächer oder schlecht isolierte Materialien speichern Wärme und geben sie über Stunden hinweg ab. Selbst nachts kann es in solchen Ställen deutlich wärmer sein als draußen.

Eine gute Isolierung und helle Materialien können hier einen großen Unterschied machen. Die Luftzirkulation ist ein weiterer zentraler Punkt. Stehende Luft führt dazu, dass sich Wärme staut. Durch gezielte Öffnungen, offene Stallkonzepte oder den Einsatz von Ventilatoren kann die Luft in Bewegung gehalten werden. Dabei ist wichtig, für eine gleichmäßige Durchlüftung zu sorgen.

Auch scheinbar kleine Details können einen großen Einfluss haben. So kann etwa die Position der Tränken darüber entscheiden, ob ein Pferd ausreichend trinkt. Stehen sie in der prallen Sonne, erwärmt sich das Wasser schnell und wird weniger attraktiv. Schattenplätze und regelmäßige Reinigung sind daher essenziell.

Weidehaltung im Sommer: Zwischen natürlicher Haltung und Risiko

Die Weide gilt als der natürlichste Lebensraum für Pferde, doch gerade im Sommer kann sie zur Herausforderung werden. Entscheidend ist die Qualität der Bedingungen. Ein ausreichendes Angebot an Schatten ist unverzichtbar. Dabei reicht es nicht, wenn theoretisch ein Unterstand vorhanden ist. In der Praxis muss dieser groß genug sein, damit alle Pferde gleichzeitig Platz finden. Rangniedrige Tiere werden sonst verdrängt und stehen möglicherweise stundenlang in der Sonne.

Auch die Struktur der Weide spielt eine Rolle. Bäume bieten nicht nur Schatten, sondern sorgen auch für ein angenehmeres Mikroklima. Offene Flächen hingegen können sich stark aufheizen und zusätzliche Belastung erzeugen. Viele Betriebe gehen deshalb dazu über, die Weidezeiten anzupassen. Nachtweide kann eine Möglichkeit sein, die Belastung zu reduzieren. Die Pferde nutzen die kühleren Stunden zur Bewegung und stehen tagsüber im geschützten Bereich.

Training bei Hitze: Die richtige Balance finden

Training ist auch im Sommer möglich, erfordert jedoch ein hohes Maß an Sensibilität. Es geht nicht darum, komplett darauf zu verzichten, sondern die Belastung sinnvoll anzupassen. Die Tageszeit ist dabei ein wichtiger Faktor. In den frühen Morgenstunden ist die Belastung häufig geringer. Ähnliches gilt für die späten Abendstunden.

Doch auch innerhalb einer Trainingseinheit gibt es Anpassungsmöglichkeiten. Längere Schrittphasen, häufige Pausen und eine reduzierte Intensität helfen, die Wärmeproduktion zu begrenzen. Gleichzeitig sollte das Pferd nach der Arbeit ausreichend Zeit zur Abkühlung bekommen.

Ein wichtiger Indikator ist die Erholungszeit. Ein Pferd, das auch nach mehreren Minuten noch sehr stark atmet oder einen ungewöhnlich hohen Puls zeigt, sollte nicht weiter belastet werden. In diesem Fall muss das Training angepasst und bei auffälligen oder anhaltenden Symptomen tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Transport bei hohen Temperaturen: Ein oft unterschätztes Risiko

Der Transport eines Pferdes stellt immer einegewisse Belastung dar. Im Sommer kommt eine zusätzliche Dimension hinzu: dieHitze im Anhänger. Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung können sichTransporteinrichtungen stark aufheizen. Gleichzeitig ist die Luftzirkulationbegrenzt, was die Situation zusätzlich verschärft.

Fürdas Pferd bedeutet das eine doppelte Belastung. Es muss nicht nur die Hitzeausgleichen, sondern auch mit dem Stress des Transports umgehen. Viele Pferdeschwitzen in dieser Situation stärker als im Alltag, was denFlüssigkeitsverlust weiter erhöhen kann. Eine gute Planung ist daherentscheidend. Transporte sollten möglichst in die kühleren Tageszeiten gelegtwerden. Pausen, ausreichende Belüftung und das Angebot von Wasser sind wichtigeMaßnahmen, um das Risiko zu reduzieren.

Fütterung im Sommer: Anpassung statt Routine

Auch die Fütterung spielt im Sommer eine wichtige Rolle. Während sich viele Pferdebesitzer auf Training und Haltung konzentrieren, wird dieser Aspekt oft vernachlässigt. Die Verdauung von Raufutter erzeugt Wärme. Das bedeutet nicht, dass Heu reduziert werden sollte – im Gegenteil, eine ausreichende Versorgung ist essenziell. Allerdings kann es sinnvoll sein, die Fütterungszeiten anzupassen und größere Futtermengen in die kühleren Stunden zu legen.

Die Rolle der Elektrolyte darf ebenfalls nicht unterschätzt werden. Durch das Schwitzen verliert das Pferd wichtige Mineralstoffe, die für die Funktion von Muskeln und Nerven notwendig sind. Eine gezielte Ergänzung kann sinnvoll sein, sollte jedoch immer bedarfsgerecht erfolgen und zur individuellen Situation des Pferdes passen.

Wasseraufnahme gezielt fördern

Wasser ist der wichtigste Faktor im Sommermanagement. Dennoch trinken viele Pferde nicht ausreichend, insbesondere in ungewohnten Situationen. Auf Turnieren oder bei Transporten ist dies ein häufiges Problem. Das Wasser schmeckt anders, riecht ungewohnt oder ist nicht in der gewohnten Form verfügbar. Viele Pferde reagieren darauf mit Zurückhaltung.

Hier können einfache Maßnahmen helfen. Das Mitnehmen von gewohntem Wasser, das Anbieten von Mash oder das leichte Erwärmen beziehungsweise Anpassen des Wasserangebots können die Akzeptanz fördern. Auch mehrere Wasserstellen im Stall oder auf der Weide erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Pferd regelmäßig trinkt. Gleichzeitig sollten Wasserstellen sauber gehalten und regelmäßig kontrolliert werden.

Besondere Situationen: Turniere, Lehrgänge und Stallwechsel

Neben dem Alltag gibt es Situationen, in denen mehrere Stressfaktoren gleichzeitig auftreten. Turniere sind ein typisches Beispiel. Hier kommen Transport, ungewohnte Umgebung, hohe Temperaturen und körperliche Belastung zusammen. In solchen Situationen ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Schattenplätze, ausreichend Wasser und die Möglichkeit zur Kühlung sollten im Voraus geplant werden. Auch die Einschätzung des eigenen Pferdes spielt eine wichtige Rolle. Nicht jedes Tier kommt gleich gut mit solchen Bedingungen zurecht.

Ähnliches gilt für Lehrgänge oder Stallwechsel. Neue Umgebung, veränderte Abläufe und zusätzliche Belastung können das Risiko für Hitzestress erhöhen. Eine schrittweise Anpassung und erhöhte Aufmerksamkeit sind hier besonders wichtig.

Langfristige Anpassung: Wie Pferde sich an Hitze gewöhnen

Pferde sind in der Lage, sich bis zu einem gewissen Grad an hohe Temperaturen anzupassen. Dieser Prozess wird als Akklimatisation bezeichnet und dauert nicht nur wenige Stunden. In dieser Zeit verändern sich unter anderem die Mechanismen der Thermoregulation und das Pferd kann Wärme effizienter abgeben.

Wichtig ist jedoch, dass diese Anpassung schrittweise erfolgt. Plötzliche Hitzeperioden stellen daher ein besonderes Risiko dar, da der Körper keine Zeit hat, sich anzupassen. Auch nach einer kühleren Wetterphase sollte nicht automatisch von voller Hitzetoleranz ausgegangen werden.

Monitoring im Alltag: Das Pferd richtig beobachten

Ein oft unterschätzter Punkt ist die systematische Beobachtung des Pferdes. Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn Veränderungen frühzeitig erkannt werden. Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle der Körpertemperatur, insbesondere bei hoher Belastung. Auch Atemfrequenz, Puls und Verhalten liefern wichtige Hinweise. Ein Pferd, das plötzlich weniger frisst, sich zurückzieht oder ungewöhnlich ruhig ist, sollte aufmerksam beobachtet werden.

Mit der Zeit entwickeln viele Pferdebesitzer ein gutes Gefühl für ihr Tier. Dennoch kann es sinnvoll sein, bestimmte Werte bewusst zu kontrollieren, um Veränderungen objektiv beurteilen zu können. Gerade im Sommer lohnt es sich, die normalen Werte des eigenen Pferdes zu kennen und Veränderungen nicht nur nach Gefühl, sondern auch anhand von beobachtbaren Parametern einzuschätzen.

Videotipp: In diesem Video erfährst du, wie du die Vitalwerte deines Pferdes richtig misst und interpretierst. Lerne, den Puls, die Atmung und die Temperatur korrekt zu überprüfen und die Ergebnisse einzuordnen. Wir zeigen dir praktische Tipps, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und in Notfällen effektiv zu handeln. Perfekt für jeden Pferdehalter, der die Gesundheit seines Pferdes im Blick behalten möchte!

🎥 Videotipp: In diesem Video erfährst du, wie du die Vitalwerte deines Pferdes richtig misst und interpretierst. Lerne, den Puls, die Atmung und die Temperatur korrekt zu überprüfen und die Ergebnisse einzuordnen. Wir zeigen dir praktische Tipps, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und in Notfällen effektiv zu handeln. Perfekt für jeden Pferdehalter, der die Gesundheit seines Pferdes im Blick behalten möchte!

Weißes Pferd mit gelben Flecken am Bauch wälzt sich genüsslich auf sandigem Boden.

Was tun bei Verdacht auf Hitzestress beim Pferd?

Bei ersten Anzeichen von Hitzestress sollte dieBelastung sofort beendet beziehungsweise deutlich reduziert werden. Das Pferdsollte an einen möglichst schattigen, gut belüfteten Ort gebracht und mitausreichend Wasser versorgt werden. Gleichzeitig sollte die Abkühlung sinnvollerfolgen und der Zustand des Pferdes engmaschig beobachtet werden.

  • körperliche Belastung sofortbeenden
  • Pferd in den Schatten oder an einen gutbelüfteten, kühlen Ort bringen
  • frisches Trinkwasser anbieten
  • Körpertemperatur, Atmung, Puls und Verhaltenbeobachten
  • bei deutlicher Schwäche, neurologischenAuffälligkeiten, anhaltender Überhitzung oder Verdacht auf Hitzschlag umgehendtierärztliche Hilfe holen

Bei einem Hitzschlag handelt es sich um einenNotfall. Hier sollte nicht abgewartet werden, ob sich der Zustand von selbst bessert. Das Pferd benötigt eine schnelle professionelle Beurteilung und gegebenenfalls weiterführende Behandlung.

Fazit: Hitzestress beim Pferd ganzheitlich verstehen und sicher managen

Hitzestress beim Pferd ist ein komplexes Thema, das weit über die Außentemperatur hinausgeht. Es ist das Zusammenspiel aus Umweltbedingungen, Management, Belastung und individueller Konstitution, das darüber entscheidet, wie gut ein Pferd mit Hitze umgehen kann.

Wer sein Pferd aufmerksam beobachtet, frühzeitig reagiert und Haltung, Training, Transport und Fütterung anpasst, kann das Risiko deutlich reduzieren. Dabei geht es nicht um einzelne Maßnahmen, sondern um ein durchdachtes Gesamtkonzept.

Ein gut gemanagter Sommer bedeutet nicht nur weniger Stress für das Pferd, sondern auch mehr Sicherheit und Gelassenheit für den Menschen. Und genau das ist am Ende das Ziel: ein gesunder, entspannter Partner – auch an heißen Tagen.

Hitzestress beim Pferd: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist Hitzestress beim Pferd?

Hitzestress entsteht, wenn das Pferd mehr Wärme produziert oder aufnimmt, als es über seine natürlichen Kühlmechanismen wieder abgeben kann.

Welche Symptome hat ein Pferd bei Hitzestress?

Typische Anzeichen sind starkes Schwitzen, erhöhte Atemfrequenz, erhöhte Herzfrequenz, Müdigkeit, Leistungsabfall und auffällige Veränderungen im Verhalten.

Wann wird Hitzestress zum Hitzschlag?

Wenn der Körper die Überhitzung nicht mehr kompensieren kann und die Körpertemperatur gefährlich ansteigt, kann ein lebensbedrohlicher Hitzschlag entstehen.

Was ist bei Hitze wichtiger: Temperatur oder Luftfeuchtigkeit?

Beides. Besonders belastend ist die Kombination aus hoher Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit, weil dann die Verdunstung des Schweißes schlechter funktioniert.

Darf man ein Pferd bei Hitze trainieren?

Grundsätzlich kann Training möglich sein, sollte aber an Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Tageszeit und individuelle Belastbarkeit des Pferdes angepasst werden. Pausen und eine ausreichende Abkühlungsphase sind wichtig.

Wie kann ich Hitzestress im Stall vermeiden?

Schatten, gute Luftzirkulation, sauberes Wasser, geeignete Weidezeiten und eine an die Wetterlage angepasste Belastung sind zentrale Bausteine.

Was sollte ein Pferd im Sommer trinken?

Im Mittelpunkt steht jederzeit ausreichendes, sauberes Trinkwasser. Bei starkem Schwitzen kann eine bedarfsgerechte Elektrolytversorgung sinnvoll sein.

Wie lange brauchen Pferde, um sich an Hitze zu gewöhnen?

Die Anpassung an warme Bedingungen erfolgt schrittweise über einen längeren Zeitraum. Nach plötzlich einsetzenden Hitzeperioden ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Autor*in
Sina WahlMehr VON CMH.TV

Das könnte dich auch interessieren

Julien Epaillard in der Siegerehrung
Pferdesport

Longines CHI Classics Basel: FEI World Cup in Springen und Dressur

Zum Artikel
Boyd Exell bei der London International Horse Show
Pferdesport

London International Horse Show: FEI World Cup, Christmas Show und Weltklassesport

Zum Artikel
Vierspänner im rasanten Parcours beim FEI Driving World Cup in Mechelen vor voll besetzten Zuschauerrängen.
Pferdesport

Jumping Mechelen: FEI World Cup in Springen, Dressur und Fahren

Zum Artikel

Tags