
IJRC fordert tiefgreifende Reformen der FEI-Regeln ab 2026
Reiterverband pocht auf Verhältnismäßigkeit bei Sanktionen und Rückkehr zu Vierer-Teams bei Olympia
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Der International Jumping Riders Club (IJRC) hat im Vorfeld des FEI-Sportforums in Lausanne eine Reihe von Änderungsvorschlägen zu künftigen Reglements des Weltreitsportverbands FEI vorgestellt. Zentrale Forderung ist ein differenzierter Umgang mit Verstößen, bei denen keine Absicht zur Regelverletzung erkennbar ist – stets unter Wahrung des Tierwohls. Insbesondere bei geringfügigen Blutspuren an den Flanken eines Pferdes, wie sie beim Ausschluss der brasilianischen Equipe bei den Spielen in Paris 2024 für Schlagzeilen sorgten, solle künftig mehr Ermessensspielraum eingeräumt werden. Der IJRC schlägt ein abgestuftes Sanktionsmodell vor, bei dem erst wiederholte Vorfälle zu härteren Konsequenzen führen.
Kritik übt der Club auch am neuen Nasenriemenmessgerät der FEI, das ab Mai verbindlich wird. Statt pauschaler Anwendung solle der Einsatz nur bei konkretem Verdacht erfolgen und die Kontrolle vor dem Aufwärmen stattfinden.
In Bezug auf das olympische Wettkampfformat fordert der IJRC eine Rückkehr zu Vierer-Teams mit Streichresultat, um im Sinne des Pferdewohls einen Rückzug im Problemfall ohne sofortige Disqualifikation der gesamten Mannschaft zu ermöglichen. Auch solle eine zweite Prüfung für Einzelreiter verpflichtend werden, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Zudem plädiert der Club für die Wiedereinführung einer Berufungsjury bei Großveranstaltungen, um sportrechtliche Fairness sicherzustellen.