
Studie zu Herzrhythmusstörungen, Belastungsintensität und Turnierergebnissen
Erhöhte Belastung im Gelände korreliert mit besseren Ergebnissen, aber mehr Fehlern im Springen
Inhaltsverzeichnis
Eine neue Studie, veröffentlicht in der Equine Veterinary Journal, untersuchte Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) und Herzfrequenzvariabilität (HRV) bei Vielseitigkeitspferden während der Geländestrecke und deren Einfluss auf die Turnierergebnisse.
Hauptbefunde der Studie
- Arrhythmien sind weit verbreitet: 74 % der analysierten EKGs zeigten Herzrhythmusstörungen, ohne dass die Pferde Symptome einer Herzerkrankung aufwiesen.
- Positive Korrelation mit dem Geländeergebnis: Pferde mit mehr Arrhythmien oder komplexeren Rhythmusstörungen hatten weniger Zeitfehler im Gelände, was auf eine höhere Belastungsfähigkeit hindeutet.
- Negative Korrelation mit dem Springen: Dieselben Pferde hatten jedoch mehr Fehler im Springparcours am Folgetag, was auf Ermüdungseffekte hindeuten könnte.
- Höhere Herzfrequenzen und Laktatwerte führen zu besseren Geländeergebnissen: Pferde mit einer höheren mittleren Herzfrequenz (HRmean), einer höheren Spitzenherzfrequenz (HRpeak) und einem höheren Blutlaktatwert nach dem Gelände hatten weniger Zeitfehler, was auf eine intensivere Belastung und bessere Wettkampfbereitschaft hinweisen könnte.
Die Ergebnisse zeigen, dass Herzrhythmusstörungen bei Vielseitigkeitspferden unter Wettkampfbedingungen häufig auftreten und mit Leistungsfaktoren in Verbindung stehen. Allerdings bleibt unklar, ab wann bestimmte Arrhythmien ein Risiko für Sicherheit und Leistungsfähigkeit darstellen.
Die Autoren betonen, dass Geschlecht, Alter und der Vollblutanteil eines Pferdes die Zusammenhänge zwischen Herzrhythmusstörungen, Belastung und Turnierergebnissen beeinflussen können. Weitere Forschung sei erforderlich, um zu definieren, welche Arrhythmien als bedenklich einzustufen sind und ob sie ein Indikator für potenzielle Gesundheitsrisiken sein könnten.
Die gesamte Studie ist hier nachzulesen: https://beva.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/evj.14491