Tierschutzsystem in der Kritik: Experten fordern grundlegende Reformen

Tierschutzsystem in der Kritik: Experten fordern grundlegende Reformen

Bericht des britischen Sentience Committee offenbart Schwächen bei Überwachung und Durchsetzung der Tierschutzgesetze

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Ein aktueller Bericht des britischen Sentience Committee ruft zu einer umfassenden Überprüfung der Durchsetzung von Tierschutzgesetzen auf. Die unabhängige Analyse kritisiert unter anderem inkonsistente Kontrollen, unklare Zuständigkeiten und unzureichend geschulte Kontrolleure. Besonders alarmierend sei, dass ein Großteil möglicher Verstöße nicht von staatlichen Stellen, sondern von der Tierschutzorganisation RSPCA verfolgt werde – ein Modell, das laut Bericht langfristig nicht tragfähig sei.

Die RSPCA, die derzeit rund 85 % aller Tierschutzverfahren in Großbritannien übernimmt, bestätigte gegenüber Horse & Hound, dass sie seit zwei Jahren aktiv mit der Regierung über eine Übergabe dieser Aufgabe an den Crown Prosecution Service (CPS) spricht. Die Organisation sieht sich insbesondere bei Fällen mit organisiertem Verbrechen zunehmend überfordert und plädiert für eine stärkere Einbindung des Staates.

Auch World Horse Welfare begrüßt die Empfehlungen des Berichts ausdrücklich. Laut Kim Ayling, Leiterin der Abteilung Public Affairs, zeige etwa das fehlende Vorgehen gegen Pferdeschmuggel deutliche Vollzugsdefizite. Sie kritisierte zudem, dass der Bericht keine zentrale Erfassung von Tierhaltungsverboten vorsieht – ein Instrument, das für wirksamen Tierschutz essenziell sei.

Das Umweltministerium (Defra) kündigte an, die Empfehlungen des Berichts sorgfältig zu prüfen.

Autor*in
Sophia WilhelmKlinikenMehr VON CMH.TV

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