Die Ankaufsuntersuchung: Umfang, Ablauf und Kosten im Überblick

Die Ankaufsuntersuchung: Umfang, Ablauf und Kosten im Überblick

Die Ankaufsuntersuchung (AKU) ist ein entscheidender Schritt beim Pferdekauf. Erfahre hier alles über den Ablauf der kleinen und großen AKU, inklusive wichtiger Untersuchungen wie Röntgenbilder, Kostenübersicht und Tipps zur Absicherung. Ob für Freizeit- oder Sportpferde – eine AKU hilft, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und Fehlkäufe zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine AKU?

Videotipp: Was ist eine AKU? – In diesem Video erfährst du, was eine Ankaufsuntersuchung beim Pferdekauf umfasst, welche Untersuchungsschritte wichtig sind und worauf besonders geachtet werden muss. Perfekt, um dich über die wichtigsten Aspekte einer AKU zu informieren!

Eine AKU, kurz für Ankaufsuntersuchung, ist eine tierärztliche Untersuchung, die vor dem Kauf eines Pferdes durchgeführt wird. Ziel dieser Untersuchung ist es, den Gesundheitszustand des Pferdes genau zu beurteilen und mögliche gesundheitliche Probleme oder Einschränkungen zu erkennen. Die AKU bietet Sicherheit für Käufer und Verkäufer und hilft, spätere Konflikte zu vermeiden, indem sie dokumentiert, in welchem Zustand das Pferd zum Zeitpunkt des Kaufs war.

Arten der AKU

  1. Kleine AKU: Bei dieser Grunduntersuchung wird das Pferd äußerlich begutachtet und der Allgemeinzustand geprüft, z. B. Herz- und Lungenfunktion, Bewegungsapparat und Fell. Sie umfasst keine bildgebenden Verfahren und ist daher günstiger.
  2. Große AKU: Diese umfassendere Untersuchung schließt zusätzlich Röntgenaufnahmen und andere bildgebende Verfahren ein. Besonders bei Pferden, die im Sport eingesetzt werden sollen, ist eine große AKU empfehlenswert, da sie mehr potenzielle Probleme aufzeigen kann.

Warum ist eine AKU wichtig?

Eine AKU hilft, das Risiko eines Fehlkaufs zu verringern, da sie gesundheitliche Probleme, wie etwa Lahmheiten oder Knochenschäden, aufdecken kann, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Besonders bei teuren oder sportlich eingesetzten Pferden ist sie eine wichtige Investition in eine lange, gesunde Nutzungszeit des Tieres.

Warum eine Ankaufsuntersuchung (AKU) beim Pferdekauf?

Die Ankaufsuntersuchung (AKU) ist beim Pferdekauf ein entscheidender Faktor, da sie eine umfassende Einschätzung des Gesundheitszustands des Pferdes liefert und sowohl dem Käufer als auch dem Verkäufer Sicherheit bietet. Hier sind die wichtigsten Gründe für eine AKU:

  1. Gesundheitliche Sicherheit: Selbst wenn das Pferd gesund und leistungsfähig wirkt, können nicht sichtbare oder noch nicht manifestierte gesundheitliche Probleme vorliegen. Eine AKU deckt solche klinischen Auffälligkeiten auf, bevor sie durch Belastung oder Stress verschlimmert werden könnten.
  2. Klarheit und Transparenz: Manche Verkäufer sind sich gesundheitlicher Probleme möglicherweise nicht bewusst oder könnten bekannte Problematiken verschweigen. Eine AKU bringt potenzielle Mängel ans Licht, wodurch Käufer eine fundierte Entscheidung treffen können.
  3. Kostenminimierung im Langzeitvergleich: Zwar kostet eine AKU je nach Umfang (kleine oder große AKU) eine gewisse Summe, doch die Investition kann hohe Folgekosten für die Behandlung eines kranken Pferdes verhindern, die im Nachhinein deutlich teurer werden könnten.
  4. Verantwortung gegenüber dem Pferd: Eine AKU stellt sicher, dass das Pferd in einem guten gesundheitlichen Zustand ist und die Anforderungen, die der Käufer an es stellen wird, auch bewältigen kann. Dadurch wird dem Pferd die Chance gegeben, artgerecht und schmerzfrei eingesetzt zu werden.
  5. Rechtliche Absicherung für Käufer und Verkäufer: Eine AKU dient als Nachweis, dass das Pferd zum Zeitpunkt des Kaufs in einem bestimmten Zustand war. Sollte es zu gesundheitlichen Problemen kommen, die bereits bei der AKU dokumentiert wurden, können spätere Missverständnisse oder rechtliche Konflikte vermieden werden.

Eine AKU ist für jeden Pferdekauf, unabhängig vom Preis oder Einsatzzweck des Pferdes, eine dringend zu empfehlende Maßnahme. Sie hilft, Fehlkäufe und potenzielle gesundheitliche Belastungen für das Pferd zu vermeiden und bietet allen Beteiligten Transparenz und Sicherheit.

Kosten der Ankaufsuntersuchung: Kleine vs. Große AKU

Die Kosten der Ankaufsuntersuchung (AKU) können stark variieren und sind abhängig vom Umfang der Untersuchung sowie von der Frage, wer die Kosten trägt. Üblicherweise ist es der Interessent, der die AKU veranlasst und bezahlt, da er auch die Tierarztwahl trifft. Doch insbesondere bei Auktionen oder hochpreisigen Verkäufen kann auch der Verkäufer die AKU beauftragen – in diesem Fall spricht man von einer „Verkaufsuntersuchung“.

Merkmal Kleine AKU Große AKU
Kosten Bis zu 250 Euro Bis zu 1.500 Euro oder mehr, je nach Umfang
Untersuchungsumfang Äußere Begutachtung (Allgemeinzustand, Bewegungsapparat, Herz und Lunge) Alle Inhalte der kleinen AKU plus bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen
Bildgebende Verfahren Keine 10–18 Röntgenbilder, ggf. Ultraschall und Endoskopie
Eignung für Einsatzzweck Freizeitpferde, geringere Belastungen Sportpferde, Pferde für hohe Belastungen
Dauer der Untersuchung Etwa 1 Stunde Mehrere Stunden (inkl. Aufnahme und Auswertung der Bilder)
Sicherheit und Aussagekraft Grundlegende gesundheitliche Einschätzung, eher für Freizeit geeignet Tiefere Einblicke in die Gesundheit, besonders in den Bewegungsapparat, auch für potenzielle Problemerkennung
Zielgruppe Käufer von Freizeitpferden oder älteren Pferden Käufer von Sportpferden oder Pferden mit hohem Belastungsanspruch

Klärung der Kostenübernahme

Die Kostenübernahme sollte immer im Voraus geklärt werden. Manchmal kann vereinbart werden, dass der Interessent die AKU übernimmt, aber der Verkäufer bei bestimmten negativen Befunden die Kosten trägt, sollte der Kauf aufgrund dieser Befunde nicht zustande kommen. Ein transparentes Absprechen der Kostentragung minimiert Missverständnisse und erleichtert die Kaufentscheidung.

Was wird bei einer AKU gemacht? 

Videotipp: Was wird bei einer AKU gemacht? – In diesem Video erfährst du, welche Schritte eine AKU umfasst und worauf besonders geachtet wird. Ein wichtiger Teil dabei: Röntgenaufnahmen, die potenzielle Gesundheitsrisiken sichtbar machen und für eine sichere Kaufentscheidung sorgen.

Untersuchungsschritte Kleine AKU Große AKU
Allgemeinzustandsprüfung Beurteilung des Futter- und Muskelzustands, Verhalten Beurteilung des Futter- und Muskelzustands, Verhalten
Herz- und Lungenuntersuchung Abhören von Herz und Lunge Abhören von Herz und Lunge
Körperliche Kontrolle Überprüfung von Fell, Haut, Zähnen und Augen Überprüfung von Fell, Haut, Zähnen und Augen
Messung der PAT-Werte Puls, Atmung und Temperatur werden gemessen Puls, Atmung und Temperatur werden gemessen
Untersuchung des Nervensystems und Kots Ja Ja
Bewegungsanalyse a) Abtasten von Beinen und Rücken
b) Vortraben auf hartem Boden, in Wendungen und auf gerader Linie
c) Beugeprobe – angewinkeltes Bein wird vorgetrabt, um Lahmheiten aufzudecken
d) Longieren auf weichem Boden
e) Belastungstest für Herz und Lunge
a) Abtasten von Beinen und Rücken
b) Vortraben auf hartem Boden, in Wendungen und auf gerader Linie
c) Beugeprobe – angewinkeltes Bein wird vorgetrabt, um Lahmheiten aufzudecken
d) Longieren auf weichem Boden
e) Belastungstest für Herz und Lunge
Röntgenaufnahmen Keine 10–18 empfohlene Röntgenaufnahmen gemäß Leitfaden:
a) vier seitliche Aufnahmen der Zehe (alle Beine)
b) zwei seitliche Aufnahmen der Zehen der Vorderbeine, Fokus auf Hufgelenke
c) sechs Aufnahmen der Sprunggelenke (drei pro Hinterbein)
d) vier Aufnahmen der Knie (zwei pro Hinterbein)
e) zwei Aufnahmen der Hufrolle
Zusätzliche Optionen Keine a) Endoskopie
b) Ultraschall
c) Samenprobe bei Hengsten
d) Röntgenbilder des Rückens
e) Blutprobe zur Analyse und Dopingkontrolle

Bei den klinischen Untersuchungen können Schäden am Bewegungsapparat des Pferdes nicht immer erkannt werden. Faktoren, die die Aussagekraft dieser Tests beeinträchtigen sind zum Beispiel: 

  • Aufregung des Pferdes
  • Beschlag
  • Medikamentengabe
  • Vorangegangene Schonung oder Warmlaufen lassen
  • Muskulärer Trainingszustand
  • Bodenverhältnisse
  • Futterumstellung
  • Wetter

Diese Faktoren können das Pferd sowohl negativ als auch positiv beeinflussen. Möglicherweise werden Lahmheiten nicht gesehen, weil das Pferd Imponierverhalten zeigt. Oder es läuft fühlig, weil es kurz zuvor die Hufeisen entfernt bekommen hat oder der Boden besonders steinig oder etwa gefroren ist. In sehr tiefem Sand lässt sich die Bewegung auch nur schwer beurteilen. Vielleicht gab es am Tag zuvor ein neues Futter, das sich auf die Verdauung auswirkt. Es wird deutlich: Eine kleine AKU ist immer eine Momentaufnahme. Damit sie möglichst aussagekräftig ist, sollten Faktoren wie genannt vorher abgeklärt werden.

Brauche ich eine große Ankaufsuntersuchung?

Eine große Ankaufsuntersuchung (AKU) mit Röntgenaufnahmen hilft, potenzielle gesundheitliche Risiken wie Spat, Chips oder Veränderungen der Hufrolle frühzeitig zu erkennen. Diese Befunde können bei hoher Belastung zu Lahmheiten und Schmerzen führen und stellen für einige Einsatzzwecke des Pferdes mögliche Ausschlusskriterien dar.

Hinweis zur Kennzeichnung von Befunden:
Seit der Abschaffung der Röntgenklassen im Jahr 2018 werden Befunde in der AKU folgendermaßen gekennzeichnet:
„R“ für Risiko: Das Ergebnis zeigt eine Unregelmäßigkeit, die laut Tierarzt und internationalen Fachstandards zu Lahmheiten führen könnte.
„obB“ für ohne besonderen Befund: Hier sind keine zuverlässigen Risiken erkennbar, was jedoch keine Garantie für eine vollständige Lahmfreiheit gibt.
Röntgenbilder minimieren das Risiko, ein Pferd zu erwerben, das den geplanten Belastungen später möglicherweise nicht standhält.

Zusätzliche Röntgenaufnahmen des Rückens

Probleme wie Kissing Spines (enge oder berührende Dornfortsätze der Wirbelsäule) werden in der standardmäßigen großen AKU nicht erfasst, da es noch an gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Bewertung solcher Röntgenbilder fehlt. Dennoch kann eine zusätzliche Röntgenuntersuchung von Rücken und Halswirbelsäule als zusätzliche Sicherheit sinnvoll sein, auch wenn nicht jedes radiologisch auffällige Pferd später Probleme entwickelt.

Videotipp: Was ist Kissing Spines? – In diesem Video erfährst du, was Kissing Spines sind, wie sie entstehen und welche Symptome darauf hinweisen können. Zudem wird erklärt, wie diese Rückenproblematik diagnostiziert und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, um betroffenen Pferden zu helfen.

Blutprobe – Zusätzliche Sicherheit

Eine Blutprobe ist ebenfalls nicht standardmäßig in der großen AKU enthalten, kann aber sinnvoll sein. Sie hilft nicht nur, Mängel zu erkennen, sondern deckt auch mögliche Medikamentengaben auf, die von einigen Verkäufern für das Probereiten eingesetzt werden könnten, wie Beruhigungs- oder Schmerzmittel. Da die Auswertung in Speziallaboren jedoch mehrere hundert Euro kosten kann, wird die Probe oft für sechs Monate eingefroren und nur bei Verdacht analysiert.

Hinweis: Bei rechtlichen Auseinandersetzungen ist eine eingefrorene Blutprobe als Beweismittel oft wenig aussagekräftig. Wer ganz sicher sein will, sollte die Probe sofort analysieren lassen. Ein abweisender Verkäufer kann ein Warnsignal sein – ein seriöser Verkäufer reagiert bei einer gewünschten Blutprobe verständnisvoll.

Protokollierung der AKU

Unabhängig von der Art der AKU – jede Untersuchung sollte vom Tierarzt genauestens protokolliert werden. Ein guter Tierarzt arbeitet mit einer Checkliste und übergibt dir das Protokoll am Ende. Zusätzlich sollte er einschätzen, ob das Pferd für den geplanten Einsatzzweck geeignet ist. Ein Freizeitpferd, das vor allem im Gelände eingesetzt wird, kann durchaus leichtere Befunde aufweisen als ein Sportpferd, das hohe Leistung bringen soll.

Große oder kleine AKU?

Ob eine große oder kleine AKU sinnvoll ist, hängt vom Einsatzzweck des Pferdes ab. Für Pferde im Leistungssport ist eine große AKU unbedingt zu empfehlen. Röntgenaufnahmen sind fast immer ratsam – auch für Freizeitreiter. Hohe Tierarztkosten können zwar immer anfallen, aber eine gründliche AKU reduziert das Risiko, ein gesundheitlich vorbelastetes Pferd zu kaufen.

Bei älteren Pferden, die häufig kleinere Unregelmäßigkeiten auf Röntgenbildern aufweisen, kann auf Röntgenbilder verzichtet werden. Zuchtpferde hingegen sollten von Kopf bis Huf untersucht werden, zum Beispiel mit Endoskopien und Ultraschall, um die inneren Organe zu überprüfen. Käufer, die den Reitsport als Hobby betreiben, benötigen diese Untersuchungen in der Regel nicht.

Lass dich bei Unsicherheiten von deinem Tierarzt beraten, um die beste Entscheidung zu treffen.

Ist eine AKU bei Jungpferden und Fohlen notwendig?

Videotipp: Der Weg zum eigenen Fohlen – In diesem Video erfährst du, worauf es beim Kauf eines Fohlens oder Jungpferdes ankommt. Von wichtigen Gesundheitschecks über die Einschätzung der Entwicklung bis hin zu Aspekten wie Charakter und Abstammung: Hier bekommst du hilfreiche Tipps, um den Kauf eines jungen Pferdes erfolgreich und sicher zu gestalten.

Bei Fohlen und Jährlingen stellt sich die Frage nach einer AKU etwas anders:

  1. Einschränkungen bei der Untersuchung
    Einige typische AKU-Tests, wie die Beugeprobe oder das Longieren, sind bei Fohlen und jungen Pferden noch nicht durchführbar. Auch Röntgenbilder sind wenig aussagekräftig, da der Knochenbau sich noch in der Entwicklung befindet und sich viele Auffälligkeiten erst später zeigen.
  2. Trotzdem sinnvoll: Gesundheitscheck durch den Tierarzt
    Ein allgemeiner Gesundheitscheck ist auch bei Fohlen und Jährlingen sinnvoll. So kann der Tierarzt etwaige Herzfehler, Infekte oder Probleme mit Augen und Atmung frühzeitig erkennen und bewerten.
  3. AKU bei jungen Pferden in leichter Arbeit
    Wurde das Jungpferd bereits leicht in Arbeit genommen, ist eine AKU – idealerweise mit Röntgenbildern – ratsam. Gerade bei jungen Pferden sollten keine gravierenden Mängel auftreten. Röntgenbilder helfen zudem, mögliche Chips oder andere Auffälligkeiten rechtzeitig zu erkennen, die später operiert werden müssten.

Haftet der Tierarzt, wenn die AKU falsch war?

Wenn bei der AKU ein wesentlicher Mangel übersehen wird und das Pferd deshalb als gesund verkauft wurde, kann der Tierarzt haftbar gemacht werden. In diesem Fall können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Allerdings haftet der Tierarzt nur für eine pflichtgemäße und sorgfältige Untersuchung, nicht für absolute Fehlerfreiheit:

  • Pflichtgemäße Arbeit: Der Tierarzt haftet, wenn er nachweisbar fahrlässig oder nachlässig gehandelt und dabei wichtige Befunde übersehen hat.
  • Kein vollständiger Schutz vor Fehlern: Da Pferde nicht zu 100 % kontrollierbar sind, können auch erfahrene Tierärzte bestimmte Probleme übersehen, besonders wenn das Pferd Auffälligkeiten am Tag der AKU nicht zeigt.

Falls der Tierarzt einen Fehler gemacht hat, kann der Käufer den Kaufvertrag wegen Sachmangels rückabwickeln und entweder den Tierarzt oder den Verkäufer verklagen. Der Verkäufer ist in diesem Fall verpflichtet, den Kaufpreis zurückzuerstatten und mögliche Kosten zu übernehmen.

8 Tipps für die AKU

Eine Ankaufsuntersuchung (AKU) ist ein unverzichtbarer Schritt beim Pferdekauf. Auch wenn die AKU Kosten verursacht, können hohe Tierarztkosten durch unentdeckte Erkrankungen später deutlich höher ausfallen. Am Ende der AKU bespricht der Tierarzt die Befunde mit dir – und falls keine Ausschlussbefunde vorliegen, steht einem erfolgreichen Kauf und einem langen, gesunden Pferdeleben nichts mehr im Weg.

  1. Jedes Röntgenbild einzeln auswerten
    Wird ein gravierender Mangel gefunden, der den Kauf ausschließt, kannst du dir die Kosten für weitere Bilder sparen.
  2. Genügend Zeit einplanen
    Eine kleine AKU dauert mindestens eine Stunde, eine große Untersuchung kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
  3. Sei bei der AKU persönlich vor Ort
    Nur so kannst du sicherstellen, dass die AKU nach deinen Vorstellungen durchgeführt wird.
  4. Wähle den Tierarzt selbst
    Wenn der Verkäufer auf einen bestimmten Tierarzt besteht, sei vorsichtig. Es ist sinnvoll, einen unabhängigen Tierarzt zu wählen.
  5. Verkaufsuntersuchung klären
    Eine Verkaufsuntersuchung wird oft vom Verkäufer in Auftrag gegeben. Kläre im Vorfeld, ob es sich um eine Verkaufsuntersuchung oder eine unabhängige AKU handelt.
  6. Kosten der AKU vorher klären
    Bei teureren Pferden können Tierärzte höhere Gebühren für die AKU verlangen. Besprich die Kosten daher im Voraus.
  7. Bestehende AKU prüfen
    Falls der Verkäufer angibt, dass das Pferd bereits „getüvt“ ist, fordere das AKU-Protokoll des vorherigen Interessenten an.
  8. Aufschiebende Bedingung im Kaufvertrag
    Der Kaufvertrag sollte eine „aufschiebende Bedingung“ enthalten, die ihn nur bei bestandener AKU wirksam macht. Definiere klar, was „bestanden“ bedeutet.

Ankaufsuntersuchung: Zusammengefasst

Eine Ankaufsuntersuchung (AKU) ist ein unverzichtbarer Schritt für Käufer und Verkäufer, um den Gesundheitszustand des Pferdes sicher zu beurteilen und spätere Konflikte zu vermeiden. Die kleine AKU bietet eine grundlegende, kostengünstige Einschätzung, während die große AKU umfassendere Tests wie Röntgenaufnahmen umfasst und besonders für sportlich genutzte Pferde zu empfehlen ist.

Die AKU schützt Käufer vor teuren Folgebehandlungen, indem sie verdeckte gesundheitliche Risiken wie Lahmheiten oder Knochenschäden frühzeitig aufdeckt. Auch bei jungen Pferden ist sie sinnvoll, angepasst an die Entwicklungsphase. Eine Blutprobe oder zusätzliche Röntgenbilder (z. B. des Rückens) bieten bei Bedarf zusätzliche Sicherheit.

Neben der gesundheitlichen Sicherheit schafft die AKU auch rechtliche Absicherung: Dokumentierte Befunde und ein umfassendes Protokoll können Missverständnisse vermeiden und bei Mängeln zu einer Rückabwicklung führen. Käufer sollten deshalb die AKU gezielt planen, selbst den Tierarzt wählen und bei Unsicherheiten auf ein Protokoll bestehen.

Mit der AKU lassen sich Fehlkäufe vermeiden, gesundheitliche Belastungen des Pferdes reduzieren und mögliche Schadensersatzansprüche klären. Ein gut geplantes Vorgehen und eine sorgfältige AKU geben sowohl Käufer als auch Verkäufer die nötige Sicherheit für eine gute Kaufentscheidung und ein langfristig gesundes Pferd.

Ankaufsuntersuchung (AKU): Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was beinhaltet eine große Ankaufsuntersuchung beim Pferd?

Die große AKU umfasst eine umfassende körperliche Untersuchung sowie Röntgenaufnahmen (10–18 Bilder, je nach Leitfaden), um den Zustand des Bewegungsapparats zu bewerten. Optional können auch Ultraschall, Endoskopie und eine Blutprobe für zusätzliche Sicherheit durchgeführt werden.

Wie läuft eine Ankaufsuntersuchung ab?

Die AKU beginnt mit einer gründlichen äußerlichen Untersuchung und dem Abhören von Herz und Lunge. Dann folgen Tests zur Beweglichkeit und Lahmfreiheit, wie die Beugeprobe, das Vortraben und Longieren. Bei einer großen AKU werden anschließend Röntgenbilder erstellt, um innere Strukturen wie Knochen und Gelenke zu prüfen.

Wie viele Röntgenbilder werden bei einer Ankaufsuntersuchung gemacht?

In der Regel umfasst die große AKU 10 bis 18 Röntgenbilder. Diese beinhalten Aufnahmen der Beine, Zehen, Sprunggelenke, Knie und Hufrollen.

Wer zahlt die Ankaufsuntersuchung beim Pferd?

Die Kostenübernahme der AKU ist Verhandlungssache. Üblicherweise zahlt der Käufer die Untersuchung, da er in der Regel den Tierarzt auswählt. Bei bestimmten Vereinbarungen kann jedoch auch der Verkäufer die Kosten übernehmen, z. B. bei negativem Befund.

Wie lange dauert eine Ankaufsuntersuchung beim Pferd?

Eine kleine AKU dauert etwa eine Stunde, während eine große AKU, die Röntgenaufnahmen und eventuell zusätzliche Tests umfasst, mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann.

Wie teuer ist eine Ankaufsuntersuchung für ein Pferd?

Die Kosten für eine kleine AKU liegen bei etwa 200 bis 250 Euro. Die große AKU kann bis zu 1.500 Euro kosten oder mehr, abhängig von den gewählten Untersuchungen.

Was beinhaltet eine kleine Ankaufsuntersuchung beim Pferd?

Die kleine AKU konzentriert sich auf eine körperliche Begutachtung des Pferdes, einschließlich der Überprüfung von Allgemeinzustand, Herz, Lunge und Bewegungsapparat, jedoch ohne bildgebende Verfahren wie Röntgen.

Wie lange dauert eine große AKU beim Pferd?

Eine große AKU kann je nach Umfang mehrere Stunden dauern, insbesondere wenn Röntgenaufnahmen und zusätzliche Tests wie Ultraschall durchgeführt werden.

Was gehört zu einer AKU beim Pferd?

Zu einer AKU gehören eine körperliche Untersuchung, Beweglichkeitstests und je nach Umfang Röntgenaufnahmen und weitere Diagnosetests. Die AKU dokumentiert den Gesundheitszustand und mögliche Auffälligkeiten, die den Einsatzbereich des Pferdes beeinflussen könnten.

Wie viel kostet eine AKU beim Pferd?

Die Kosten für die AKU variieren je nach Umfang: Die kleine AKU kostet bis zu 250 Euro, während die große AKU mit Röntgen und optionalen Tests 1.000 bis 1.500 Euro oder mehr kosten kann.

Autor*in
Nele SchimmelpfennigKlinikenMehr VON CMH.TV

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