
Mauke beim Pferd: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung
Erfahre alles über Mauke beim Pferd: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der entzündlichen Hauterkrankung, die oft durch Bakterien, Hautschädigungen und ein geschwächtes Immunsystem begünstigt wird. Mit Tipps zu Pflege, Fütterung und Stallhygiene zur Vorbeugung und Unterstützung der Heilung.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Mauke beim Pferd?
Mauke beim Pferd ist eine entzündliche, ekzemartige Hauterkrankung im Bereich der Fesselbeuge. Da sie meist auf diesen Bereich begrenzt bleibt, wird sie auch als Fesselekzem oder Fesselbeugenekzem bezeichnet. In der Fachsprache wird auch der Begriff Dermatitis superficialis verwendet.
Typisch für Mauke ist, dass sie nicht durch nur einen einzelnen Auslöser entsteht. Vielmehr handelt es sich um eine Multifaktorenkrankheit. Das bedeutet: Erst das Zusammenspiel aus geschädigter Hautbarriere, Feuchtigkeit, Keimen, Reibung, Stoffwechselbelastung und geschwächtem Immunsystem begünstigt die Entstehung.
Besonders anfällig sind Pferde mit dichtem Fesselbehang, etwa Tinker oder Friesen. Auch Pferde mit heller oder wenig pigmentierter Haut im Fesselbereich haben ein erhöhtes Risiko. Zwar tritt Mauke beim Pferd häufig in den feuchten und kalten Jahreszeiten auf, doch das Wetter allein ist nicht die Ursache. Entscheidend ist vor allem, ob die Haut vorgeschädigt ist und wie stabil Stoffwechsel und Abwehrsystem des Pferdes arbeiten.
Mauke kann von heute auf morgen auftreten, sie hält sich jedoch sehr hartnäckig. Im schlimmsten Fall wird sie sogar chronisch. Daher ist es bei der Behandlung von Mauke wichtig, genauso hartnäckig zu bleiben und die betroffenen Stellen konsequent zu pflegen.
Symptome
Mauke beim Pferd zeigt sich meist an einem oder mehreren Beinen im Bereich der Fesselbeuge. Besonders häufig sind die Hinterbeine betroffen, grundsätzlich kann Mauke aber auch an den Vorderbeinen auftreten.
Typische Anzeichen sind:
- gerötete und gereizte Haut
- Juckreiz
- trockene oder schmierige Krusten
- nässende Hautstellen
- verklebtes Fell
- Haarausfall
- Schwellungen
- Berührungsempfindlichkeit
- Schmerzen
- im schweren Fall Lahmheit
So entwickelt sich Mauke
Zu Beginn zeigt sich oft nur eine leichte Rötung der oberen Hautschicht. Später entstehen kleine Bläschen oder Knötchen, aus denen sich Krusten entwickeln. Reißt dieser Schorf durch Bewegung immer wieder auf, dringt die Entzündung tiefer in die Haut ein.
Ohne Behandlung kann sich Mauke deutlich verschlimmern. Dann entstehen schmerzhafte Furchen, schlecht heilende Hautdefekte und in manchen Fällen Wucherungen oder warzige Veränderungen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Sekundärinfektionen und einer deutlichen Schwellung des Beins.
Ursachen
Mauke ist eine Multifaktorenkrankheit, es gibt also nicht nur einen Auslöser, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Ursachen, die zur Mauke führen. Entscheidend ist, dass die Hautbarriere geschädigt wird und Erreger leichter eindringen können.
Mechanische Schädigung der Haut
Reibung durch schlecht sitzende Hufschuhe, Gamaschen oder Bandagen kann die Haut reizen. Auch feiner Schmutz auf den Beinen wirkt unter Ausrüstung wie Schleifpapier und verursacht kleinste Hautverletzungen. Zusätzlich können Schürfwunden, Schnitte oder aufgekratzte Insektenstiche die Hautbarriere schwächen.
Auch Ammoniak aus Urin und Kot kann die Haut reizen. Deshalb ist regelmäßiges Ausmisten nicht nur für Stallluft und Atemwege wichtig, sondern auch für die Hautgesundheit des Pferdes.
Bakterien, Pilze und Milben
Ist die Haut vorgeschädigt, haben Bakterien, Pilze und Milben leichteres Spiel. Sie können Entzündungen auslösen oder bestehende Hautprobleme verschlimmern.
Milben verschärfen das Problem zusätzlich, weil sie starken Juckreiz auslösen. Das Pferd scheuert sich, die Haut wird weiter geschädigt und die Heilung erschwert.
Stoffwechsel, Immunsystem und Stress
Feuchtigkeit und Matsch sind oft nur der äußere Auslöser. Ob Mauke beim Pferd tatsächlich entsteht, hängt stark davon ab, wie stabil Hautbarriere, Immunsystem und Stoffwechsel sind.
Nährstoffmängel, eine unausgewogene Fütterung, Stress oder eine gestörte Entgiftung können die Anfälligkeit erhöhen. Gerade im Fellwechsel steigt der Bedarf an Mineralstoffen. Werden Defizite nicht ausgeglichen, leidet die Hautregeneration und Mauke kann leichter entstehen.
Diagnose
Oft lässt sich Mauke bereits anhand der typischen Symptome erkennen. Trotzdem ist ein Tierarzt sinnvoll, wenn die Veränderungen stark ausgeprägt sind, nässen, sich verschlimmern oder das Pferd Schmerzen zeigt.
Der Tierarzt kann einen Abstrich nehmen, um beteiligte Keime zu identifizieren. In schweren Fällen hilft ein Resistenztest dabei, die passende Behandlung zu wählen.
Grundsätzlich lassen sich drei Verlaufsformen unterscheiden:
Milde Mauke
Gerötete Haut, Juckreiz, Haarausfall und leichte Schmerzen
Exsudative Mauke
Nässen, stärkere Krustenbildung, Haarverlust und deutliche Schmerzen
Chronische Mauke
Hautwucherungen, verdickte Haut und sogenannte Warzenmauke
Mauke richtig behandeln
Wer Mauke behandeln möchte, braucht vor allem Geduld und Konsequenz. Die Erkrankung verschwindet selten schnell, lässt sich mit sauberem Management aber oft gut in den Griff bekommen.
- Betroffene Stellen sauber und trocken halten: Die betroffenen Hautbereiche sollten möglichst sauber und trocken bleiben. Trockene Einstreu, regelmäßiges Ausmisten und möglichst wenig Matschkontakt unterstützen die Heilung.
- Fesselbehang kürzen: Bei Pferden mit starkem Fesselbehang kann es sinnvoll sein, die Haare im betroffenen Bereich vorsichtig zu kürzen. So gelangt mehr Luft an die Haut und die Pflege wird einfacher.
- Krusten vorsichtig einweichen: Krusten sollten nicht gewaltsam entfernt werden. Weiche sie stattdessen mit lauwarmem Wasser und einer milden Reinigungslösung vorsichtig ein.
- Haut gründlich abtrocknen: Nach dem Reinigen müssen die Fesseln sorgfältig getrocknet werden. Nutze dafür immer ein sauberes Tuch, damit Keime nicht weiter verteilt werden.
- Passende Pflege auftragen: Im nächsten Schritt hilft eine pflegende Creme, die Haut vor neuen Rissen zu schützen und die Regeneration zu unterstützen. Bei trockener, rissiger Mauke sind pflegende, atmungsaktive Produkte sinnvoll. Bei nässenden Stellen kann eine austrocknende Pflege hilfreich sein. Sehr fettige, luftdicht abschließende Cremes sind dagegen ungeeignet, weil sie die Haut nicht atmen lassen.
- Tierarzt einschalten: Wenn Mauke beim Pferd behandeln mit lokaler Pflege nicht ausreicht oder die Entzündung bereits stark ausgeprägt ist, sollte der Tierarzt die Behandlung begleiten.
Mauke richtig vorbeugen
Vorbeugung ist bei Mauke beim Pferd besonders wichtig, denn je stabiler Hautbarriere, Stoffwechsel und Immunsystem sind, desto geringer ist das Risiko.
- Hygienische Haltungsbedingungen: trockene Einstreu, sauberer und trockengelegter Paddock/Auslauf, tägliches Ausmisten/Abäppeln
- Sauberkeit der Fesselbeugen und Hufe: Achte vor allem vor dem Gebrauch von Hufschuhen, Hufglocken, Fesselkopfgamaschen und Bandagen, dass die Pferdebeine komplett rein sind. Spritze die Beine eventuell vorher mit Wasser ab, wasche sie mit Seife und trockne sie gründlich ab, bevor du Bein- und Hufschutz anziehst. Achte genauso penibel auf die Sauberkeit der Beine wie du auf die Sauberkeit des Pferderückens vor dem Satteln achtest.
- Mineralienversorgung: Auf die Versorgung mit Zink vor allem bei reiner Heufütterung und/oder Gabe von nur wenig Kraftfutter achten.
- Stress vermeiden: Stress verhindert die Aufnahme an Mineralien, erhöht zudem den Bedarf an diesen und schwächt das Immunsystem. Finde eine Haltung, in der das Pferd entspannt leben kann, achte bei außerordentlichen Situationen auf eine gute Vorbereitung und versuche diese so stressfrei wie möglich über die Bühne zu bringen (Stallumzug, Turnier, Futterumstellung etc.)
- Stoffwechsel ankurbeln: Mit einer bedarfsgerechten Fütterung und ausreichend Bewegung kommt der Stoffwechsel in Schwung, der Lymphfluss wird angekurbelt und damit der Abtransport von Schadstoffen verbessert.
Fütterung bei Mauke
Die Fütterung ist bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Mauke eine wichtige Stellschraube. Nährstoffmängel und Überfütterung spiegeln sich oft auf der Haut des Pferdes wider. Deshalb solltest du gemeinsam mit deinem Tierarzt das Pferd immer ganzheitlich betrachten. Bevor du den Futterplan deines Pferdes komplett umstellst, sollte ein Blutbild mögliche Defizite oder Auffälligkeiten abklären.
Entgiftungsorgane entlasten
Leber und Niere spielen eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Achte deshalb auf eine zucker- und eiweißbewusste, bedarfsgerechte Fütterung. Auch Übergewicht kann sich negativ auf die Hautgesundheit auswirken.
Ebenso wichtig ist eine hohe Futterqualität. Staubiges, verschimmeltes oder anderweitig kontaminiertes Futter belastet den Organismus zusätzlich. Eine hochwertige Ration ist deshalb für die Vorbeugung und Unterstützung bei Mauke beim Pferd entscheidend.
Auch Zusatz-, Aroma- und Konservierungsstoffe solltest du kritisch betrachten. Sie sind für das Pferd oft unnötig und belasten den Stoffwechsel zusätzlich.
Zink, Selen, Kuper, Biotin und Vitamin A
Diese Nährstoffe sind an Hautregeneration, Wundheilung und der natürlichen Barrierefunktion der Haut beteiligt. Vor allem Zink wird bei Mauke häufig als kritischer Nährstoff genannt. Besonders Pferde mit dichtem Fell, viel Behang oder erhöhtem Bedarf im Fellwechsel können empfindlich auf eine Unterversorgung reagieren.
Ein genauer Blick auf die Mineralstoffversorgung ist deshalb vor allem im Frühjahr und Herbst sinnvoll. Bevor du gezielt ergänzt, sollte jedoch geprüft werden, ob tatsächlich ein Mangel besteht.
🎥 Videotipp: Von Zink bis Selen – in diesem ClipMyHorse.TV Academy Video erfährst du, welche Spurenelemente für Haut, Immunsystem und Regeneration besonders wichtig sind und worauf du bei der Versorgung deines Pferdes achten solltest.

Eine gesunde Darmflora gegen Mauke
Der gesamte Stoffwechsel und das Immunsystem des Pferdes hängen eng mit der Balance der Darmflora zusammen. Die nützlichen Bakterien im Darm helfen dabei, Nährstoffe zu verwerten und wichtige Vitamine zu bilden.
Damit diese Mikroorganismen stabil bleiben, braucht das Pferd ausreichend hochwertiges Raufutter und eine eher stärkearme Fütterung. Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf den gesamten Stoffwechsel und damit auch auf die Hautgesundheit auswirken.
In manchen Fällen kann eine gezielte Unterstützung der Darmflora sinnvoll sein.
Mauke beim Pferd: Zusammengefasst
Mauke ist eine komplexe, entzündliche Hauterkrankung beim Pferd, die durch verschiedene Faktoren wie Hautschädigungen, bakterielle Belastung und ein geschwächtes Immunsystem begünstigt wird. Besonders gefährdet sind Pferde mit dichtem Fesselbehang, heller Haut sowie Tiere, die unter Nährstoffmängeln leiden oder in feuchten, unhygienischen Bedingungen gehalten werden.
Die Behandlung von Mauke beim Pferd erfordert Geduld und eine konsequente Pflege der betroffenen Stellen, um die Ausbreitung der Entzündung zu stoppen und eine Chronifizierung zu verhindern. Gleichzeitig sind eine angepasste Fütterung und ein gutes Stallmanagement wichtig, um Haut und Immunsystem zu unterstützen. Durch sorgfältige Vorsorge und regelmäßige Gesundheitschecks lassen sich die Risiken für Mauke reduzieren und die Lebensqualität des Pferdes verbessern.
Mauke: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Kann zu viel Waschen Mauke begünstigen?
Ja. Zu häufiges Waschen, vor allem mit Shampoo, kann die Hautbarriere schwächen. Reinige die Beine deshalb nur so oft wie nötig und trockne sie anschließend gründlich ab.
Geht Mauke von allein weg?
Eher selten. Mauke ist meist hartnäckig und kann ohne konsequente Pflege chronisch werden.
Ist Mauke ansteckend ?
Mauke gilt nicht als klassische ansteckende Virusinfektion. Dennoch können Stallbedingungen, Keimdruck und eine hohe Besatzdichte das Risiko erhöhen, dass mehrere Pferde betroffen sind.
Haben Pferde bei Mauke Schmerzen?
Ja, vor allem wenn Krusten einreißen und tiefere Hautschichten betroffen sind. Dann kann Mauke beim Pferd deutlich schmerzhaft sein und bis zur Lahmheit führen.
Welche Mangel besteht bei Mauke?
Häufig werden vor allem Zink, Selen, Kupfer, Biotin und Vitamin A genannt. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, sollte individuell überprüft werden.
