Nahaufnahme eines fuchsfarbenen Pferdes mit Halfter auf der Weide, im Hintergrund sind unscharf Bäume

Regenekzem beim Pferd: Symptome, Ursachen und wirksame Maßnahmen

Regenekzem beim Pferd ist selten, kommt jedoch vor allem bei Dauerregen und Pferden mit langem, dichtem Fell vor. Wie du Regenekzem vermeiden und behandeln kannst, liest du hier.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Regenekzem beim Pferd?

Beim Regenekzem bei Pferden handelt es sich um eine Hautinfektion, die durch das Bakterium Dermatophilus congolensis ausgelöst wird. Die Bakterien dringen unter die Haut und rufen dort schmerzhafte Krusten und Entzündungen hervor. Aufgrund des verursachenden Bakteriums lautet der Fachbegriff für Regenekzem Dermatophilose, umgangssprachlich wird die Erkrankungen auch Regenräude genannt. Regenekzem bzw. Regenräude muss jedoch klar von Räude abgegrenzt werden, die von Räudemilben ausgelöst wird und für das infizierte Pferd sogar tödlich enden kann. Regenekzem verläuft beim Pferd üblicherweise nicht tödlich.

Der erste Fall von Regenekzem in Deutschland wurde 1976 bekannt, dennoch tritt die Erkrankung in unseren Breiten eher selten auf. Denn häufig ist einer der Auslöser dauerhaft kalt-nasses Wetter, weshalb Regenekzem eher in feuchten Klimaten wie Irland oder Island auftritt.

Betroffen sind meist Pferde mit langem, dichtem Fell, die dauerhaft der Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Befallen werden dann insbesondere Kruppe, Rücken und Gliedmaßen der Pferde.

Symptome: Wie sieht Regenekzem aus?

  • Krustenbildende Pusteln
  • Betroffene Stellen leicht gerötet und warm
  • Kreisrunder Haarausfall um diese Stellen
  • Sekretion
  • Fieber 
  • Berührungsempfindlich
  • Unruhig und nervös

Die Bakterien dringen unter die Hautbarriere und verursachen Entzündungen, die anfangs nur warm und gerötet sind. Betroffen sind häufig Hals, Kruppe, Rücken und Beine. Irgendwann brechen diese Pusteln auf, Sekret tritt aus und bildet schließlich Krusten. In der Folge fällt das Fell um diese Pusteln herum aus und breitet sich, bei Nicht-Behandlung, immer weiter über den ganzen Körper aus. Innerhalb von zwei Wochen kann das Pferd am gesamten Körper betroffen sein und sein Fell großflächig verlieren.

Die Entzündungen schmerzen das Pferd, weshalb es sich nicht wie bei Sommerekzem schuppert, sondern viel mehr berührungsempfindlich ist und nervös reagiert. Kommt durch die Infektion noch Fieber hinzu, wird auch das Immunsystem geschwächt.

❗ Achtung: Verwechslungsgefahr!
Aufgrund des kreisrunden Haarausfalls kann Regenekzem auch mit Dermatomykose, also Hautpilz, verwechselt werden. Bei Dermatomykose handelt es sich jedoch um eine durch Pilze verursachte Hauterkrankung und ist daher anders zu therapieren.

Unterschied zwischen Regenekzem und Sommerekzem

Da das Regenekzem bei Pferden vor allem in Herbst und nass-kalten Wintern auftritt, könnte man meinen, es wäre das Pendant zum Sommerekzem. Daher bezeichnen einige Laien Dermatophilose auch als Winterekzem. Allerdings finden sich in beiden Erkrankungen, ihren Auslösern und Symptomen signifikante Unterschiede, weshalb sie grundsätzlich nichts miteinander zu tun haben.

Regenekzem Sommerekzem
Was ist das? Hautinfektion Allergische Reaktion
Auslöser Unter die Haut eingedrungenes Bakterium Dermatophilus congolensis Stich und Speichel der Kriebelmücke, eiweißreiche Ernährung
Symptome Krusten, Sekretion
Schmerzen
Fieber
Nervosität, Unruhe
Juckreiz
Schuppenbildung
Offene Wunden durch starkes Schuppern
Behandlung Haut- & Wundpflege
für trockenes Fell sorgen
evtl. Antibiotikum
Hautpflege
eiweißkarge Ernährung
evtl. Glukokortikoide
Heilungschancen Mit der richtigen Behandlung möglich Nur Symptombehandlung möglich
📖 Lesetipp: Noch ausführlicher auf das Sommerekzem gehen wir in unserem Artikel ein: Sommerekzem beim Pferd: Symptome, Ursachen und wirksame Maßnahmen

Ursachen & Auslöser für Regenekzem beim Pferd 

Wie bei den meisten Erkrankungen kommt es immer auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren an. So auch beim Regenekzem: Es bedarf mehrerer Ursachen, die aufeinander aufbauen und damit zur Erkrankung führen:

  • Hautverletzungen als Eintrittspforte
  • Feuchte Umgebung, dauerhafte Nässe
  • Schlechte Stallhygiene
  • Langes, dichtes Fell
  • Schwaches Immunsystem, durch bspw. Allergien oder Schimmelsporen
  • Mangelernährung, Untergewicht
  • Verwurmung

Damit das Bakterium Dermatophilus congolensis überhaupt unter die Haut dringen kann, bedarf es einer Eintrittspforte. Diese gestalten sich meist durch kleinste, unerkannte Risse, Wunden oder Insektenstiche. Diese öffnen die Hautbarriere und ermöglichen den Bakterien einzudringen. Steht das Pferd zudem in dauerhaft feuchter Umgebung, hat es also nicht die Möglichkeit zu trocknen, und verfügt es über langes, dichtes Fell, ist eine hervorragende Atmosphäre geschaffen, in der sich die Bakterien vermehren können.

Auch die Stallhygiene spielt eine Rolle, denn in schmutziger Umgebung tummeln sich natürlich mehr Bakterien. Herrscht dazu warmes Stallklima, haben die Bakterien hervorragende Bedingungen, um sich zu vermehren. Und je höher der Bakteriendruck ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass in kleine Wunden Bakterien eindringen und Infektionen auslösen.

Warum bekommen Pferde vor allem bei feuchtem Wetter Regenekzem? Der Name der Krankheit kommt daher, dass die Hauterkrankung vor allem bei Regen und dauerhaft feuchtem Wetter entsteht. Hat das Pferd aufgrund eines fehlenden Unterstands nicht die Möglichkeit abzutrocknen, spült der Regen die schützenden Fette des Haares ab. Das Pferd verliert seinen Abperleffekt und die Feuchtigkeit kann ungehindert bis zur Haut vordringen. Diese wird brüchig und rissig und verliert damit ihre Schutzwirkung. Bakterien können sich nun in diesen Rissen der oberen Hautschicht einnisten und unter den entstehenden, luftdichten Krusten optimal vermehren. Ähnliche Auslöser können wir auch bei Mauke vermerken.

Die erste Abwehr gegen Bakterien bildet die Haut. Ist diese Barriere geschädigt, kann immer noch das Immunsystem eine Ausbreitung der Erkrankung verhindern. Doch Faktoren wie Untergewicht, eine Mangelernährung oder eine starke Verwurmung können die Abwehrkräfte des Pferdes schwächen. Daher sind vor allem auch Pferde mit einem schwachen Immunsystem von Regenekzem betroffen.

Bei Nicht-Behandlung kann sich die Regenräude innerhalb von wenigen Tagen bis zwei Wochen großflächig ausbreiten.

🎥 Videotipp: In der ClipMyHorse.TV Academy findest du weitere hilfreiche Inhalte zum Thema Sommerekzem beim Pferd – mit Tipps, wie du Symptome frühzeitig erkennst, mögliche Ursachen besser verstehst und dein Pferd gezielt unterstützen kannst.

Schwarze Silhouette eines Pferdes auf weißem Hintergrund, das eine große Spritze im Maul hält; oben rechts ist das ClipMyHorse.TV-Logo eingeblendet.
Entwurmung richtig gemacht - Damit Parasiten nicht die Oberhand gewinnen

Behandlung und Therapie von Regenekzem

Eine der wichtigsten Behandlungen von Regenekzem ist eine gute und dauerhafte Pflege des Pferdes und seiner Haut. Neben der täglichen Pflege muss der Mensch auch ausreichend Geduld und Ausdauer mitbringen.

Behandlung bei akutem Regenekzem

Bei einem akuten Regenekzem gilt es zuallererst den Bakterien die Nahrungsgrundlage zu nehmen, indem Pusteln, Wunden und Krusten gereinigt werden und sie abtrocknen. Hast du grindige Stellen entdeckt, säubere diese vorsichtig mit warmem Wasser und einer antiseptischen Seife wie Kernseife. Ist der Grind aufgeweicht kannst du versuchen, ihn vorsichtig zu lösen, um die Bakterien freizulegen und ihren Nährboden zu zerstören.

❗ Aber Achtung:
Löse nur die Krusten, die sich bereits von allein lösen. Noch festsitzender Grind sollte nur aufgeweicht, aber nicht abgeknibbelt werden, damit die darunter liegende Hautschicht nicht weiter aufgerissen wird und eine neue Eintrittspforte für Bakterien entsteht.

Sind die betroffenen Stellen aufgeweicht und die Krusten weitestgehend entfernt, solltest du die Wunden gründlich trocknen. Erinnere dich, dass sich Bakterien in feuchtem und luftdichtem Klima hervorragend vermehren können. Daher muss die Haut abtrocknen und atmen können. Anschließend werden die Wunden desinfiziert, um die Bakterien weiter abzutöten.

Zur Pflege der Pusteln und der in Mitleidenschaft gezogenen Haut sind entzündungshemmende, antibakterielle Salben hilfreich, um die Infektion zu bekämpfen. Vermeide aber fettige Salben wie Melkfett, die die Wunden luftdicht abschließen. Darunter können sich die Bakterien weiter ungehemmt vermehren, was die vorherige Reinigung und Behandlung ruiniert.

Bei Pferden mit langem, dichtem Fell, das zum Verfilzen neigt, kann es sinnvoll sein, diese zu scheren, um die Haut besser zu belüften.

Die Behandlung von Regenekzem ist ein langwieriges Unterfangen, das täglich wiederholt werden muss. Insgesamt kann die Behandlung bis zu 6 Wochen dauern.

Behandlung von Regenekzem durch den Tierarzt

Wird Regenekzem nicht behandelt, weil es schlichtweg nicht rechtzeitig entdeckt und diagnostiziert wird, kann es sich innerhalb weniger Tage über das ganze Pferd ausbreiten. Schmerzen, Fieber und flächendeckender Haarausfall sind die Folge. Entdeckst du bereits kleine krustige Pusteln, gehe wie oben beschrieben vor. Idealerweise wird aber der Tierarzt hinzugerufen, der dann, je nach Fall, auch Antibiotika verschreibt, um die Bakterien abzutöten. Vor allem aber solltest du einen Tierarzt bestellen, wenn dein Pferd Fieber bekommt und Schmerzen anzeigt.

Um eine Verwechslung mit Hautpilz oder anderen Hautkrankheiten auszuschließen und um das richtige Antibiotikum zu verschreiben, wird der Tierarzt ein Hautgeschabsel nehmen. Dieses wird im Labor unter dem Mikroskop untersucht und der Trigger identifiziert.

Homöopathie bei Regenekzem

Homöopathie ist keine vorrangige Behandlung von Regenekzem und sollte lediglich unterstützend eingesetzt werden. Der Hauptfokus in der Bekämpfung von Regenräude liegt in einer guten und intensiven Pflege äußerlich wie auch eine eventuelle Behandlung durch Antibiotika innerlich.

📖 Lesetipp: Du möchtest mehr über alternative Behandlungsmöglichkeiten erfahren? In diesem Artikel liest du, welche Rolle Homöopathie beim Pferd spielen kann: Homöopathie beim Pferd

Weitere Maßnahmen

Die Behandlung hört nicht beim Pferd selbst auf: Im Akutfall solltest du auch die komplette Ausrüstung reinigen und desinfizieren, die mit dem Pferd in Berührung gekommen ist. Dazu gehören Putzzeug, Sattelzeug, Schabracken, Decken etc. Aus diesem Grund sollte auch jedes Pferd sein eigenes Putz- und Sattelzeug besitzen, um eine Übertragung von Bakterien oder Pilzen zu vermeiden.

📖 Lesetipp: Du möchtest einen umfassenden Überblick über häufige Pferdekrankheiten? In diesem Artikel erfährst du, wie du Krankheiten beim Pferd erkennst, behandelst und vorbeugst: Pferdekrankheiten – erkennen, behandeln & vorbeugen

Was kann ich tun, um Regenekzem bei meinem Pferd zu vermeiden?

Regenekzem kann mit ein paar wenigen Grundsätzen zu Sauberkeit, Hautpflege, Stall- und Deckenmanagement umgangen werden. Bedenke, dass es um einiges leichter ist, Regenekzem zu vermeiden als es zu behandeln.

Pferdehaltung: Schaffe Trockenheit & Sauberkeit

Fell und Haut sind die äußeren Schutzbarrieren des Pferdes, die bereits sehr viele Erreger, Bakterien und Pilze vom Pferd fernhalten. Ist das Pferd jedoch dauerhafter Feuchtigkeit durch Regen, Tau, Matsch etc. ausgesetzt und kann es nicht zwischendurch abtrocknen, weichen diese Barrieren auf. Das Fell verliert seine Fettschicht mit Abperleffekt und die Haut weicht auf und wird brüchig. Egal, in welcher Haltung dein Pferd steht, es braucht jederzeit einen trocknen Unterstand und trockene, saubere Liegeplätze. Nicht selten sieht man Pferde im Winter knietief im Matsch stehen, was Mauke und damit auch Regenekzem begünstigt; oder Pferde in Weidehaltung ohne festen Unterstand, in dem alle Pferde der Herde Platz finden.

Auch ein sauberer, täglich gemisteter Stall ist das A und O in der Gesunderhaltung der Pferde. Mit der Entfernung von Stallmist wird der Bakterien- und damit Infektionsdruck deutlich herabgesetzt.

📖 Lesetipp: Gerade in der kalten Jahreszeit braucht dein Pferd besondere Aufmerksamkeit. In diesem Artikel erfährst du, wie Pferdehaltung im Winter gelingt und dein Pferd gesund, glücklich und leistungsbereit bleibt: Pferdehaltung im Winter – so bleibt dein Pferd gesund, glücklich und leistungsbereit

Das richtige Deckenmanagement

Ist kein fester Unterstand vorhanden, kann eine wasserdichte Regendecke Abhilfe schaffen. Sie schützt Haut und Fell vor Regen und ist vor allem bei älteren Pferden mit schwachem Immunsystem sinnvoll. Vorsicht ist dennoch geboten. Vermeide folgende Fehler beim Eindecken, um die Hautgesundheit des Pferdes zu unterstützen:

  • Lege keine wasserdichte Decke auf ein nasses Pferd: Die Temperaturen steigen bei Regendecken mit Füllung zwischen Decke und Pferd stark an und schaffen bei noch nassen Pferden ein feuchtwarmes Klima. Die Haut weicht auf, wird brüchig und bietet dem Bakterium Dermatophilus congolensis idealen Nährboden zur Vermehrung.
  • Wasserdichtigkeit der Decke überprüfen: Lässt die Decke bei Dauerregen Feuchtigkeit durch, ist dies für die Gesundheit des Pferdes kontraproduktiv. Überprüfe daher regelmäßig die Imprägnierung der Decke und imprägniere sie gegebenenfalls nach. Auch Risse sollten geflickt werden, um die Funktion der Decke zu erhalten.
  • Nicht dauerhaft eindecken: Zu einer guten Hautpflege gehört dazu, dass viel Licht und frische Luft an Haut und Fell gelangt. Daher kann dauerhaftes Eindecken im Winter Regenekzem begünstigen, vor allem, wenn die Haut bereits leicht beschädigt ist. Ziehe dein Pferd also immer wieder aus und lass die Decke weg, wenn dein Pferd im trockenen Unterstand oder im Stall steht.
  • Decke heiß waschen und desinfizieren: Bevor du die Decke das erste Mal auf dein Pferd legst, solltest du sie heiß waschen und desinfizieren, um Bakterien, die während der Lagerung überlebt haben, abzutöten.
📖 Lesetipp: Du fragst dich, wann eine Pferdedecke sinnvoll ist? In diesem Artikel erfährst du, worauf du beim Eindecken achten solltest und welche Decke zu deinem Pferd passt: Pferd eindecken – Winterzeit ist Deckenzeit?

Auch bei Gamaschen und Hufglocken in Herbst & Winter gilt: wenn möglich ablassen. Manche Pferde tragen auch im Auslauf und auf dem Paddock einen Beinschutz. Doch darunter können Schmutz und Feuchtigkeit die Haut wie Sandpapier aufreiben und zu Mikroverletzungen führen. Wenn es also möglich ist, sollten diese weggelassen werden oder zumindest täglich gereinigt werden.

Die richtige Fellpflege

Beim täglichen Putzen solltest du stets ein wachsames Auge auf Mikroverletzungen und Wunden haben. Behandle Verletzungen, Kratzer, Zeckenbisse und Insektenstiche daher mit einem Desinfektionsspray oder einer antiseptischen Salbe, um den Eintritt von Bakterien zu verhindern.

Vor allem in der matschigen Jahreszeit, wenn sich Pferde gerne wälzen, kann es schwerfallen, mögliche Verletzungen zu erkennen. Befreie dein Pferd regelmäßig von starkem Schmutz, um auch Verfilzungen und Verklumpen des Fells zu vermeiden. Pferde, die zu langem Fell und damit Verfilzungen neigen, unter denen die Haut nicht atmen kann, sollten (teils) geschoren werden.

Bedarfsgerechte Fütterung und ein starkes Immunsystem

In der Vermeidung von Regenekzem beim Pferd gehört auch eine starke Immunabwehr dazu, die durch eine bedarfsgerechte Fütterung unterstützt wird. Mit einer ausgewogenen, bedarfsorientierten Fütterung kann auch die Hautbarriere unterstützt werden. Gesunde Pferde, die Zugang zu allen Mineralien und Vitaminen haben, sind in der Regel weniger gefährdet, an Regenekzem oder Mauke zu erkranken.

Vitamin E ist ein wichtiger Mitspieler im Aufbau der Hautbarriere und kann dem Pferd über beispielsweise Leinöl zugeführt werden.

Immunrelevante Vitamine kann das Pferd über seine Darmbakterien auch selbst produzieren. Dafür ist eine gesunde, ausbalancierte Darmflora notwendig, die mit ausreichend Raufutter (mind. 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht) oder unterstützend mit Bierhefe, Leinsamen und Flohsamen erreicht werden kann.

Und zu guter Letzt tragen die Entgiftungsorgane Leber und Niere ebenfalls zur Immunabwehr des Pferdes bei. Um ihre Funktion zu unterstützen, kannst du dem Pferd entwässernd wirkende Kräuter wie Brennnessel, Birke oder Weidenrinde füttern. Löwenzahl ist ein wichtiges Leberkraut und kann in der Vermeidung von Regenekzem ebenfalls zugefüttert werden.

🎥 Videotipp: In der ClipMyHorse.TV Academy findest du weitere hilfreiche Inhalte zum Thema Immunsystem beim Pferd – mit Tipps, was eine starke Abwehr unterstützt, welche Faktoren das Immunsystem beeinflussen und wie du dein Pferd im Alltag gezielt stärken kannst.

https://www.clipmyhorse.tv/de_DE/academy/lesson/f4714e9ae70d6f423aa22c3f7f8892f3?utm_source=CMH_Magazine&utm_medium=Artikel&utm_campaign=Regenekzem-beim-Pferd-Symptome-Ursachen-und-wirksame-Massnahmen
Immunsystem - Was braucht eine starke Abwehr?

FAQs zu Regenekzem beim Pferd 

Ist Regenekzem beim Pferd ansteckend?

Ja, Regenekzem kann bei Pferden ansteckend sein, weil es sich um ein Bakterium handelt, das übertragen werden kann. In Deutschland ist Regenekzem jedoch eher selten und wenn du einige Hygiene- und Pflegeregeln einhältst, ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zwischen Pferden eher gering. Jedes Pferd sollte sein eigenes Putz- und Sattelzeug und seine eigene Decken haben. Behalte die Haut deines Pferdes im Blick und behandle selbst kleine Verletzungen frühzeitig. Somit dämmst du die Ansteckungsgefahr ein.

Auch die Übertragung auf den Menschen kann bei Regenekzem grundsätzlich möglich sein. Trage daher bei der Behandlung der krustigen Stellen stets Einweghandschuhe und wasche dir im Anschluss die Hände und Fingernägel gründlich.

Wie lange dauert Regenekzem?

Wie lange die Hauterkrankung anhält, ist davon abhängig, wie frühzeitig sie erkannt wird und wie weit sie sich demnach bereits ausgebreitet hat. Es kann mehrere Wochen andauern, bis die Auslöser vollständig eliminiert worden und alle Wunden abgeheilt sind. Die Behandlung durch den Tierarzt mit Antibiotikum kann neben der täglichen und gründlichen Pflege dazu beitragen, die Genesung zu beschleunigen bzw. die Ausbreitung der Hauterkrankung einzudämmen. Es kann dennoch je nach Schwere bis zu 6 Wochen dauern, bis das Pferd vollständig genesen ist.

Kann ich mein Pferd mit Regenekzem reiten?

Ob du dein Pferd mit Regenekzem reiten kannst, ist vom Schweregrad der Erkrankung abhängig. Die Entzündungen können Schmerzen und Unwohlsein hervorrufen und befinden sich dazu oftmals am Rücken, also in der Sattellage. In manchen Fällen kommt noch Fieber hinzu. Erstreckt sich das Regenekzem über Körperstellen, die beim Pferd in der Bewegung für Unwohlsein sorgen, sollte du dein Pferd mit Regenekzem nicht reiten, sondern auf leichte Bewegung wie Spazierengehen setzen.

Welche Salbe hilft bei Regenekzem?

Bei Regenekzem sind antiseptische und antibakterielle Salben hilfreich, die bei der Abtötung von Bakterien zuträglich sind. Weiterhin kann die Haut mit wundheilungsfördernden Salben gepflegt werden, um sie geschmeidig zu halten, Spannungsschmerzen zu lindern und einer weiteren Krustenbildung vorzubeugen.

Achtung: Verwende keine Salben und Cremes, die die Haut darunter luftdicht abschließen. Salben wie Melkfett schaffen eine anaerobe Atmosphäre, unter der sich die Bakterien ungehindert ausbreiten können.

Autor*in
Mirjam-Sophie FreigangMehr VON CMH.TV

Tags