Hufpflege beim Pferd: Barhuf oder Hufeisen? Alles über Hufschmied, Beschlag & gesunde Hufe

Hufpflege beim Pferd: Barhuf oder Hufeisen? Alles über Hufschmied, Beschlag & gesunde Hufe

Gesunde Hufe sind essenziell für dein Pferd! Erfahre, ob Barhuf oder Hufeisen besser ist, wie oft der Hufschmied nötig ist und welche Beschlagsarten es gibt. Zudem erhältst du wertvolle Tipps zur Hufpflege, zur Ernährung für starke Hufe und zur Vorbeugung von Hufkrankheiten wie Hufrehe oder Strahlfäule.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau Huf Pferd

Anatomische Darstellung der knöchernen Strukturen im Pferdehuf. Abgebildet sind Hufbein, Kronbein und Strahlbein in ihrer natürlichen Anordnung innerhalb der Hufkapsel. Die Illustration zeigt die Lage der Knochen zueinander sowie ihre Einbettung im unteren Bereich der Gliedmaße, meist in seitlicher Querschnittsansicht.
Pferdehufe Knochen

Huf Pferd Anatomie: Wie ist der Huf aufgebaut?

Der Huf ist eine komplexe Struktur aus verschiedenen Geweben, die eng miteinander verbunden sind und perfekt auf die Belastung eines Pferdes ausgelegt sind. Er besteht aus mehreren Schichten und Bereichen:

  • Kronrand: Der Bereich, in dem der Huf nachwächst. Schäden hier können das Wachstum langfristig beeinträchtigen.
  • Hufwand: Die äußere, tragende Struktur, die das Innenleben des Hufs schützt.
  • Hufsohle: Die Unterseite des Hufs, die leicht nachgibt und den Druck verteilt.
  • Strahl: Ein weiches, elastisches Horngewebe, das für Stoßdämpfung sorgt.
  • Weiße Linie: Die Verbindung zwischen Hufwand und Hufsohle, die eine wichtige Rolle für die Stabilität spielt.

Die Anatomie des Pferdehufs macht deutlich, wie empfindlich diese Struktur ist. Eine falsche Hufpflege, unpassende Hufeisen oder eine zu lange Zeit ohne Hufschmied können massive gesundheitliche Probleme verursachen.

Der Kronrand beim Pferd – Wachstum und Funktion

Der Kronrand ist die Wachstumszone des Hufs. Hier bildet sich kontinuierlich neues Hufhorn, das von oben nach unten wächst und die Hufwand ersetzt. Ist der Kronrand verletzt, kann das langfristige Auswirkungen auf die Hufgesundheit haben.

Durch eine gute Durchblutung und eine ausreichende Nährstoffversorgung bleibt der Kronrand elastisch und funktionsfähig. Zusatzfutter für den Huf kann helfen, das Wachstum zu unterstützen.

Anatomische Darstellung eines Pferdehufs mit Ansicht von der Seite und von unten. Beschriftet sind äußere und sichtbare Strukturen wie Ballen, Hufwand, Kronrand, Zehe, weiße Linie, Strahl, Tragrand, Hufsohle, Hornballen und Strahlspitze. Die Illustration zeigt den äußeren Aufbau des Hufs ohne Darstellung innerer Knochenstrukturen.
Pferdehuf Darstellung

Vorteile und Nachteile: Barhuf vs. Beschlag beim Pferd

Ob ein Pferd barhuf laufen kann oder Hufeisen benötigt, hängt von vielen Faktoren ab: der Nutzung, dem Hufzustand, der Haltung und sogar der individuellen Anatomie. Während viele Pferde problemlos barhuf gehalten werden können, profitieren andere von einem geeigneten Beschlag, um ihre Hufe zu schützen oder zu unterstützen.

Barhuf – Natürlich, aber nicht immer ideal

Ein barhuf laufendes Pferd nutzt seine Hufe auf natürliche Weise ab und hat den Vorteil, dass die Hufmechanik optimal funktionieren kann. Der Hufmechanismus, also die natürliche Ausdehnung und Kontraktion des Hufes beim Auftreten, unterstützt die Durchblutung und sorgt für eine gesunde Hufstruktur.

Vorteile von Barhuf:

  • Natürliche Stoßdämpfung und bessere Durchblutung
  • Kein Risiko für Druckstellen durch Hufeisen
  • Weniger Rutschgefahr auf glatten Oberflächen
  • Keine regelmäßigen Hufschmiedkosten für den Beschlag

Nachteile von Barhuf:

  • Höhere Empfindlichkeit auf harten oder steinigen Böden
  • Längere Anpassungszeit nach der Umstellung auf Barhuf
  • Bei Fehlstellungen oder empfindlichen Hufen oft nicht geeignet

Ein Barhuf-Pferd kann problemlos auch auf härteren Böden laufen, wenn sich die Hufsohle entsprechend anpasst. Bei empfindlichen Pferden oder nach einer Umstellung kann es notwendig sein, übergangsweise Hufschuhe zu nutzen.

Hufeisen – Schutz für den Huf oder unnötige Belastung?

Der Beschlag beim Pferd dient in erster Linie dazu, die Hufe zu schützen und die Abnutzung zu regulieren. Gerade bei Pferden, die auf harten Böden oder im Sport eingesetzt werden, kann ein gut angepasster Beschlag helfen, übermäßige Abnutzung zu verhindern.

Vorteile von Hufeisen:

  • Schutz vor zu starker Abnutzung auf harten oder steinigen Böden
  • Korrektur von Fehlstellungen durch spezielle orthopädische Beschläge
  • Unterstützung bei Erkrankungen wie Hufrehe oder Spat

Nachteile von Hufeisen:

  • Einschränkung der natürlichen Hufmechanik
  • Höheres Risiko für Druckstellen und Nageltritt
  • Regelmäßige Hufschmiedkosten und erneute Anpassung alle 6-8 Wochen

Barhuf im Offenstall – Funktioniert das für jedes Pferd?

Pferde im Offenstall laufen auf unterschiedlichen Untergründen, was die Hufe oft widerstandsfähiger macht. Ein Barhuf-Pferd kann sich in einer solchen Haltung oft besser anpassen als ein Pferd, das nur auf weichen Böden steht. Trotzdem hängt die Entscheidung für oder gegen Hufeisen immer vom individuellen Pferd ab.

Pferd auf Barhuf umstellen – Was du beachten musst

Die Umstellung auf Barhuf sollte nicht überstürzt werden. Direkt nach dem Entfernen der Hufeisen können die Hufe empfindlich sein, da die Hufsohle erst härter werden muss. Die Umstellungsphase dauert oft mehrere Monate, in denen:

  • Hufschuhe für den Übergang sinnvoll sein können
  • Die Hufpflege besonders sorgfältig erfolgen muss
  • Eine regelmäßige Hufbearbeitung durch den Hufschmied notwendig bleibt

Die Frage, Hufrehe: Beschlag oder Barhuf?, lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche Pferde mit Hufrehe profitieren von speziellen Beschlägen, andere kommen langfristig barhuf besser zurecht.

Ob barhuf oder Hufeisen – die Entscheidung sollte immer individuell getroffen werden. Regelmäßige Hufpflege, eine ausgewogene Fütterung und die richtige Belastung sind entscheidend für gesunde Pferdehufe.

➡️ Videotipp: Ohne Huf kein Pferd – Barhuf vs. Beschlag
Braucht dein Pferd wirklich Hufeisen, oder kann es auch barhuf laufen? Dr. Charlotte von Zadow erklärt die Vor- und Nachteile beider Varianten und welche Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle spielen. Erfahre, worauf es wirklich ankommt!

Hufschmied und Hufpfleger

Die Hufpflege deines Pferdes ist entscheidend für die Gesundheit, Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit. Doch wer ist der richtige Ansprechpartner? Hufschmied, Hufpfleger oder Hufbearbeiter – alle haben unterschiedliche Aufgaben und Qualifikationen.

Was macht ein Hufschmied?

Ein Hufschmied ist ausgebildet, um sowohl Barhuf-Pferde als auch Pferde mit Hufeisen zu betreuen. Er kann:

  • Hufe fachgerecht ausschneiden und in Form bringen
  • Hufeisen anpassen und aufnageln
  • Orthopädische Beschläge für Pferde mit Fehlstellungen oder Hufkrankheiten anfertigen
  • Spezielle Beschläge wie Klebebeschläge oder Duplo-Beschläge anbringen
  • Bei akuten Problemen wie Rissen im Huf oder Hufrehe gezielt eingreifen

Wie oft sollte dein Pferd zum Hufschmied?

Der richtige Rhythmus hängt von der Nutzung und den Hufwachstumsraten ab:

  • Barhuf-Pferde: Alle 6 bis 8 Wochen, um eine gleichmäßige Abnutzung zu gewährleisten
  • Pferde mit Beschlag: Alle 6 bis 8 Wochen, da sich die Hufwand weiterentwickelt und ein zu langes Tragen der Eisen zu Fehlbelastungen führen kann

Was macht ein Hufpfleger oder Hufbearbeiter?

Ein Hufpfleger oder Hufbearbeiter ist spezialisiert auf Barhuf-Pferde und übernimmt ausschließlich die natürliche Hufbearbeitung. Er kann:

  • Die Hufe feilen und formen, um eine korrekte Stellung zu erhalten
  • Die Hufmechanik unterstützen, indem er die natürliche Belastung optimiert
  • Beratung zu einer gesunden Fütterung und Haltung für starke Hufe geben

Hufschmied oder Hufbearbeiter – wer ist besser für dein Pferd?

Ob du dein Pferd von einem Hufschmied oder Hufbearbeiter betreuen lässt, hängt von mehreren Faktoren ab:

Kriterium Hufschmied Hufbearbeiter / Hufpfleger
Beschlag Setzt und korrigiert Hufeisen Keine Arbeit mit Hufeisen
Barhuf-Pferde Kann sie bearbeiten, Fokus liegt aber auf Beschlag Spezialisiert auf Barhuf-Pferde
Orthopädische Hufpflege Kann Spezialbeschläge für Krankheiten und Fehlstellungen anfertigen Arbeitet nur mit natürlicher Bearbeitung
Regelmäßigkeit Alle 6-8 Wochen notwendig Je nach Hufwachstum, oft flexibler

Für Pferde mit besonderen orthopädischen Anforderungen, wie bei Spat, Hufrehe oder Fehlstellungen, ist ein erfahrener Hufschmied unverzichtbar. Ein Hufbearbeiter kann eine gute Alternative sein, wenn dein Pferd barhuf läuft und du Wert auf eine möglichst natürliche Hufpflege legst.

Die richtige Wahl hängt immer vom individuellen Pferd, der Nutzung und dem Zustand der Hufe ab. Ein guter Hufexperte wird dich dabei unterstützen, die beste Entscheidung für dein Pferd zu treffen.

Hufprobleme & Krankheiten

Die Hufe tragen das gesamte Gewicht des Pferdes und sind täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Fehlstellungen, falsche Hufpflege oder ungeeignete Haltung können zu Hufproblemen und ernsthaften Erkrankungen führen. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung sind entscheidend, um die Hufgesundheit zu erhalten und langfristige Schäden zu vermeiden.

Riss im Huf

Ein Riss im Huf kann harmlos sein oder ernsthafte Konsequenzen haben, je nach Tiefe und Lage. Oberflächliche Hornspalten sind oft ein kosmetisches Problem, während tiefe Hufrisse bis in die Lederhaut reichen und zu Schmerzen oder Infektionen führen können.

Ursachen für Risse im Huf:

  • Trockene oder spröde Hufwand durch Mangel an Feuchtigkeit
  • Falsche Hufbearbeitung oder ungleichmäßige Belastung
  • Zu lange Hufintervalle oder ein falscher Beschlag
  • Verletzungen oder mechanische Einwirkungen

Behandlung und Vorbeugung:

  • Regelmäßige Hufpflege und fachgerechte Bearbeitung durch den Hufschmied
  • Ausgewogene Ernährung mit Biotin und Mineralstoffen zur Stärkung des Hufhorns
  • Korrekte Feuchtigkeitsversorgung durch Auftragen von Huföl oder Huffett
  • In schweren Fällen kann ein Hufbeschlag mit speziellen Klammern oder Kunstharz nötig sein

Strahlfäule beim Pferd

Strahlfäule ist eine bakterielle Erkrankung des Strahls, die durch feuchte, unhygienische Bedingungen begünstigt wird. Sie entsteht, wenn Bakterien in das weichere Strahlhorn eindringen und dort Gewebe zersetzen.

Anzeichen für Strahlfäule:

  • Weiches, fauliges Strahlhorn mit unangenehmem Geruch
  • Tiefe schwarze Spalten im Strahl
  • Empfindlichkeit beim Hufauskratzen oder Laufen

Behandlung und Vorbeugung:

  • Tägliches Reinigen der Hufe, insbesondere der Strahlfurchen
  • Trockene Einstreu im Stall und saubere Laufwege
  • Behandlung mit Desinfektionslösungen oder speziellen Strahlfäule-Mittel
  • Regelmäßige Hufbearbeitung, um tiefe Rillen zu vermeiden

📖 Lesetipp: Strahlfäule beim Pferd – Ursachen, Symptome & Behandlung
Strahlfäule ist eine weit verbreitete Hufkrankheit, die oft durch schlechte Stallhygiene und feuchte Böden begünstigt wird. Erfahre, wie du die ersten Anzeichen erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie du deinem Pferd langfristig gesunde Hufe ermöglichst – Jetzt lesen!

Hufrehe

Hufrehe ist eine der gefürchtetsten Huferkrankungen, da sie starke Schmerzen verursacht und langfristig zu Hufbeinrotation führen kann. Es handelt sich um eine Entzündung der Huflederhaut, die die Verbindung zwischen Hufwand und Hufbein schwächt.

Ursachen für Hufrehe:

  • Übermäßige Aufnahme von Stärke und Zucker, z. B. durch frisches Frühlingsgras
  • Stoffwechselerkrankungen wie EMS oder Cushing
  • Überlastung durch Fehlbelastung oder harte Böden
  • Vergiftungen oder Infektionen

Symptome von Hufrehe:

  • Typische Rehehaltung mit nach hinten gestellten Vorderbeinen
  • Wärme in den Hufen und deutlicher Hufpuls
  • Schmerzhaftes, vorsichtiges Laufen oder Stehen

Behandlung und Management:

  • Sofortige Entlastung durch weichen Untergrund oder spezielle Rehe-Beschläge
  • Reduzierung der Zucker- und Stärkezufuhr
  • Angussverbände oder Kühlung der Hufe zur Entzündungshemmung
  • Rücksprache mit dem Tierarzt und Hufschmied für ein angepasstes Management

➡️ Videotipp: Schreckgespenst Hufrehe – Wenn jeder Schritt schmerzt!
Erfahre von Experten der Tierklinik Karthaus alles über die Ursachen, Symptome und Gefahren dieser schweren Entzündung, einschließlich der Risiken von Hufbeinabsenkung oder -rotation – wichtiges Wissen für die Pferdegesundheit!

Hufabszess

Ein Hufabszess oder auch Hufgeschwür entsteht durch eine bakterielle Infektion im Inneren des Hufs und kann starke Schmerzen verursachen. Meist tritt das Pferd plötzlich hochgradig lahm, da sich Druck im Hufinneren aufbaut.

Anzeichen für einen Hufabszess:

  • Akute, starke Lahmheit ohne erkennbare äußere Verletzung
  • Wärme im Huf und starker Hufpuls
  • Evtl. Schwellung im Bereich des Kronrands oder Fesselgelenks

Behandlung:

  • Öffnung des Abszesses durch den Hufschmied oder Tierarzt
  • Angussverbände oder warme Bäder, um den Abfluss des Eiters zu erleichtern
  • Saubere Boxenhaltung, um Neuinfektionen zu vermeiden
  • Falls nötig, Antibiotika und Schmerzmittel nach tierärztlicher Rücksprache

📖 Lesetipp: Hufgeschwür beim Pferd – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Hufgeschwür kann für Pferde äußerst schmerzhaft sein und zu plötzlicher Lahmheit führen. Erfahre, wie du ein Hufgeschwür frühzeitig erkennst, welche Behandlungsmethoden helfen und wie du vorbeugen kannst – Jetzt lesen!

Angussverband für den Huf

Ein Angussverband wird genutzt, um Entzündungen im Huf zu behandeln oder die Durchblutung zu fördern. Besonders bei Hufrehe, Hufabszessen oder starken Prellungen kann diese Methode helfen.

Wann wird ein Angussverband eingesetzt?

  • Hufrehe zur Kühlung und Entzündungshemmung
  • Hufgeschwüre oder Abszesse, um den Huf weicher zu machen und den Abfluss zu erleichtern
  • Schwellungen oder Prellungen nach starken Belastungen

So wird ein Angussverband angelegt:

  1. Desinfektion des betroffenen Hufbereichs
  2. Auftragen einer entzündungshemmenden Lösung (z. B. Rivanol oder Betadine)
  3. Einschlagen des Hufs in eine feuchte Bandage
  4. Fixierung mit Hufverbandmaterial oder einer speziellen Hufschuh-Bandage
  5. Regelmäßiger Wechsel, um Infektionen zu vermeiden

Huf warm, Pferd lahmt nicht – Ist das normal?

Viele Pferdebesitzer sind besorgt, wenn sie bemerken, dass ein Huf warm ist. Doch nicht immer ist das ein Anzeichen für eine Huferkrankung.

Mögliche Ursachen für warme Hufe:

  • Natürliche Erwärmung durch Bewegung oder warmes Wetter
  • Temporäre stärkere Durchblutung nach dem Training
  • Erste Anzeichen von Hufrehe oder einer Entzündung

Ein warmes Hufgefühl ist nicht immer besorgniserregend. Wenn das Pferd nicht lahmt und keine weiteren Symptome zeigt, kann es sich um eine normale physiologische Reaktion handeln. Falls der Huf über längere Zeit warm bleibt oder zusätzliche Symptome wie ein erhöhter Hufpuls oder Empfindlichkeit auftreten, sollte jedoch ein Tierarzt oder Hufschmied konsultiert werden.

Korrekte Hufpflege als Schlüssel zur Vorbeugung

Die meisten Hufkrankheiten lassen sich durch eine gute Hufpflege, eine passende Fütterung und eine regelmäßige Hufbearbeitung vermeiden. Eine individuelle Betreuung durch einen erfahrenen Hufschmied oder Hufpfleger ist dabei entscheidend.

  • Tägliche Kontrolle und Reinigung der Hufe
  • Regelmäßige Bearbeitung alle 6 bis 8 Wochen
  • Trockene und saubere Haltung, um Feuchtigkeitsprobleme zu verhindern
  • Ausgewogene Fütterung, um das Hufwachstum zu unterstützen

Der richtige Beschlag für dein Pferd

Nicht jedes Pferd benötigt einen Beschlag, doch für viele Pferde kann er notwendig sein, um die Hufe zu schützen, Fehlstellungen auszugleichen oder die Belastung besser zu verteilen. Neben den klassischen Hufeisen gibt es moderne Alternativen wie Klebebeschläge oder Kunststoffbeschläge. Doch welcher Beschlag ist der richtige?

Hufeisen für das Pferd – Tradition oder Muss?

Das klassische Hufeisen wird aus Metall gefertigt und mit Nägeln an der Hufwand befestigt. Es bietet Schutz vor übermäßiger Abnutzung und kann die Belastung für Gelenke und Sehnen verringern.

Vorteile von Hufeisen

  • Schutz vor Abrieb auf harten Böden
  • Kann Fehlstellungen korrigieren
  • Stabilisierend für Pferde mit schwachen Hufen

Nachteile von Hufeisen

  • Einschränkung der natürlichen Hufmechanik
  • Höheres Risiko für Druckstellen und Verletzungen
  • Regelmäßige Anpassung durch den Hufschmied erforderlich

Klebebeschlag beim Pferd – Eine Alternative zum genagelten Eisen?

Ein Klebebeschlag wird ohne Nägel direkt auf die Hufwand geklebt. Diese Methode eignet sich besonders für Pferde mit empfindlichen oder brüchigen Hufen, bei denen ein traditioneller Beschlag nicht möglich ist.

Vorteile von Klebebeschlag

  • Keine Schädigung der Hufwand durch Nägel
  • Flexibler als Metall, bessere Stoßdämpfung
  • Kann bei verletzten oder geschwächten Hufen verwendet werden

Nachteile von Klebebeschlag

  • Haltbarkeit ist oft kürzer als bei genagelten Hufeisen
  • Höherer Aufwand bei der Anbringung
  • Anfällig für Ablösung bei stark wechselnden Witterungsbedingungen

Duplo-Beschlag beim Pferd – Kombination aus Metall und Kunststoff

Der Duplo-Beschlag besteht aus einer Kombination aus Metallkern und Kunststoffummantelung. Er vereint die Vorteile eines stabilen Beschlags mit einer gewissen Flexibilität für die Hufmechanik.

Vorteile von Duplo-Beschlag

  • Bessere Stoßdämpfung als reine Metall-Hufeisen
  • Rutschfester als klassische Eisen
  • Kann Fehlstellungen korrigieren und unterstützen

Nachteile von Duplo-Beschlag

  • Höhere Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Hufeisen
  • Nicht für jedes Pferd geeignet
  • Muss von einem erfahrenen Hufschmied angepasst werden

Spat-Beschlag – Unterstützung für Pferde mit Gelenkproblemen

Pferde mit Spat, einer degenerativen Erkrankung der Sprunggelenke, benötigen oft einen speziellen orthopädischen Beschlag, um die Belastung der betroffenen Gelenke zu verringern.

Vorteile von Spat-Beschlag

  • Entlastung der betroffenen Gelenke
  • Unterstützung der Hinterhandmechanik
  • Reduzierung von Schmerzen durch gezielte Druckverteilung

Nachteile von Spat-Beschlag

  • Erfordert eine individuelle Anpassung
  • Nicht jede Hufschmied-Technik ist für Spat-Pferde geeignet
  • Regelmäßige Kontrolle und Nachbesserung notwendig

Welche Beschlagsarten gibt es und wann sind sie sinnvoll?

Beschlagstyp Material Einsatzbereich Vorteile Nachteile
Klassisches Hufeisen Metall Schutz auf harten Böden, Korrektur von Fehlstellungen Stabil, langlebig, anpassbar Einschränkung der Hufmechanik, kann Druckstellen verursachen
Klebebeschlag Kunststoff oder Metall mit Kleber Für empfindliche oder brüchige Hufe Keine Nägel, flexibler, besser für geschwächte Hufe Kürzere Haltbarkeit, kann sich bei Feuchtigkeit lösen
Duplo-Beschlag Kunststoff mit Metallkern Stoßdämpfung, Korrektur von Fehlstellungen Rutschfest, kombiniert Stabilität mit Flexibilität Teurer, nicht für alle Pferde geeignet
Spat-Beschlag Metall mit Spezialform Pferde mit Spat oder anderen Gelenkproblemen Entlastet Gelenke, reduziert Schmerzen Individuelle Anpassung nötig, regelmäßige Kontrolle erforderlich
Rehebeschlag Metall oder Kunststoff mit spezieller Form Pferde mit Hufrehe Verbessert Blutzirkulation, entlastet Zehenbereich Kann unpraktisch sein, nicht für jedes Pferd geeignet
Barhuf - Pferde mit gesunden Hufen und guter Hufmechanik Natürliche Stoßdämpfung, keine künstliche Einschränkung Kann anfangs empfindlicher sein, längere Anpassungszeit

Ob ein Pferd einen Beschlag benötigt oder barhuf laufen kann, hängt immer von der individuellen Hufgesundheit, Nutzung und Haltung ab. Eine regelmäßige Absprache mit dem Hufschmied oder Hufbearbeiter ist essenziell, um die beste Lösung für jedes Pferd zu finden.

Zusatzfutter Huf Pferd

Gesunde Hufe sind das Fundament eines leistungsfähigen Pferdes. Neben regelmäßiger Hufpflege und der passenden Hufbearbeitung durch einen Hufschmied oder Hufbearbeiter spielt die Fütterung eine entscheidende Rolle. Die Hufe wachsen kontinuierlich und benötigen eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, um stabil und belastbar zu bleiben.

Welches Zusatzfutter fördert gesunde Hufe?

Nährstoff Funktion für die Hufe Quellen im Futter Wann sinnvoll?
Biotin Fördert das Hufwachstum, verbessert die Hornqualität Spezielles Hufzusatzfutter, Bierhefe, Luzerne Bei brüchigen oder schlecht wachsenden Hufen
Zink Unterstützt die Hornbildung und stärkt die Hufstruktur Mineralfutter, Leinsamen, Kürbiskerne Bei Hufrissen oder schlechter Hornqualität
Kupfer Wichtig für eine stabile Hufwand Mineralfutter, Sonnenblumenkerne, Algenmehl Bei schwacher Hufwand oder rissigen Hufen
Methionin und Cystein Schwefelhaltige Aminosäuren, fördern elastisches Hufhorn Luzerne, Sojaschrot, Bierhefe Bei trockenen, spröden Hufen
Omega-3-Fettsäuren Verbessern die Durchblutung, fördern Hornwachstum Leinsamen, Hanföl, Fischöl Bei schlechter Hufdurchblutung oder trockenen Hufen
Schwefel Trägt zur Festigkeit der Hufstruktur bei MSM, Knoblauch, Bierhefe Bei weichen oder rissigen Hufen
Kieselgur (Silizium) Fördert die Elastizität und Stabilität der Hufe Hirse, Kieselgur-Präparate Bei brüchigem oder sprödem Hufhorn

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Hufpflege-Tipps für jeden Tag – So bleiben die Hufe deines Pferdes gesund

Neben der richtigen Fütterung spielt die tägliche Hufpflege eine entscheidende Rolle. Eine konsequente Routine hilft, Erkrankungen wie Strahlfäule, Risse im Huf oder übermäßigen Hornabrieb zu vermeiden.

Tägliche Hufkontrolle & Reinigung

  • Auskratzen der Hufe vor und nach dem Reiten, um Steine und Schmutz zu entfernen
  • Kontrolle auf Risse, Druckstellen oder warme Hufe, um Probleme frühzeitig zu erkennen
  • Bei feuchten Böden: Strahlfurchen trocken halten, um Strahlfäule zu verhindern

Regelmäßige Hufbearbeitung durch den Hufschmied

  • Barhuf: Alle 6–8 Wochen eine Korrektur durch den Hufbearbeiter
  • Beschlag: Alle 6–8 Wochen einen Termin beim Hufschmied, um die Eisen zu erneuern
  • Falls notwendig: Korrekturbeschläge oder orthopädische Maßnahmen bei Fehlstellungen

Feuchtigkeit und Pflegeprodukte gezielt einsetzen

  • Hufe sollten weder zu trocken noch zu feucht sein, da beides die Hornstruktur schwächen kann
  • Bei trockenen Hufen: Huföl oder Huffett, um die Feuchtigkeit zu bewahren
  • Bei nassen Hufen: Möglichst trockene Einstreu und gezieltes Desinfizieren der Strahlfurchen

Fazit: Gesunde Hufe als Grundlage für ein gesundes Pferd

Die richtige Hufpflege ist essenziell für die Gesundheit und Beweglichkeit deines Pferdes. Eine Kombination aus regelmäßiger Hufbearbeitung, angepasster Fütterung und der richtigen Haltung sorgt für langfristig stabile und belastbare Hufe.

Wichtige Tipps zur Hufpflege
Tägliche Hufkontrolle: Auskratzen, auf Verletzungen oder Auffälligkeiten prüfen
Regelmäßige Hufbearbeitung: Alle 6–8 Wochen durch den Hufschmied oder Hufpfleger
Die richtige Entscheidung: Barhuf oder Hufeisen? Individuell nach Nutzung und Hufgesundheit
Gesunde Ernährung: Biotin, Zink und Omega-3-Fettsäuren fördern die Hufqualität
Gute Haltung: Trockene Böden im Stall, Bewegung auf unterschiedlichen Untergründen

FAQs – Häufige Fragen rund um Hufe, Hufpflege und Beschlag

Wie erkenne ich einen guten Hufschmied?

Ein guter Hufschmied nimmt sich Zeit für jedes Pferd, arbeitet präzise und achtet auf eine korrekte Hufstellung. Nach der Bearbeitung sollte der Huf symmetrisch sein und eine gleichmäßige Belastung ermöglichen. Der Schmied sollte sich individuell auf die Bedürfnisse des Pferdes einstellen und Fragen verständlich beantworten können.

Was ist der Unterschied zwischen Hufschmied und Hufpfleger?

  • Hufschmied: Staatlich geprüfter Fachmann, der sowohl Barhuf-Pferde bearbeitet als auch Hufeisen anbringen und orthopädische Beschläge setzen darf.
  • Hufpfleger/Hufbearbeiter: Spezialisiert auf die Bearbeitung von Barhuf-Pferden, setzt aber keine Hufeisen oder Spezialbeschläge.

Wie viel kostet ein Besuch beim Hufschmied?

Die Kosten variieren je nach Region, Hufschmied und Pferd.

  • Barhuf ausschneiden: 40–80 €
  • Hufeisen-Beschlag (4 Eisen): 100–180 €
  • Spezialbeschläge (z. B. Rehebeschlag, Duplo, Klebebeschlag): 150–250 €

Ein Klebebeschlag oder ein orthopädischer Spezialbeschlag kostet meist mehr als ein klassischer Eisenbeschlag.

Warum sollte man nach dem Hufschmied nicht sofort reiten?

Direkt nach einer Hufbearbeitung oder einem neuen Beschlag kann das Pferd empfindlicher sein, da sich die Hufe und die Belastung leicht verändert haben. Eine Pause von ein bis zwei Tagen kann helfen, falls das Pferd sensibel reagiert.

Wie lange sollte man nach dem Hufschmied nicht reiten?

Meist kann das Pferd sofort nach der Bearbeitung wieder geritten werden. Falls das Pferd nach dem Ausschneiden empfindlich läuft, hilft eine kurze Pause von ein bis zwei Tagen.

Haben Pferde Schmerzen beim Hufschmied?

Nein, das Schneiden und Feilen des Hufs ist schmerzfrei, da das Hufhorn keine Nerven enthält. Allerdings können falsche Beschläge oder eine unsachgemäße Bearbeitung zu Druckstellen und Unwohlsein führen.

Wie oft muss ein Pferd zum Hufschmied?

Je nach Hufwachstum und Nutzung sollte das Pferd alle 6–8 Wochen zur Bearbeitung.

  • Barhuf-Pferde: Etwa alle 6–8 Wochen zur Kontrolle und Korrektur
  • Beschlagene Pferde: Alle 6–8 Wochen, da sich die Hufe weiterentwickeln und der Beschlag angepasst werden muss

Wie sieht der ideale Huf aus?

  • Gleichmäßige Hufwand ohne Risse
  • Gut ausgeprägter Strahl zur Stoßdämpfung
  • Runde, gleichmäßige Form, die den Bewegungsapparat entlastet
  • Keine einseitige Abnutzung oder Druckstellen

Sind Hufeisen gut fürs Pferd?

Hufeisen schützen die Hufe auf harten Böden und können Fehlstellungen korrigieren. Sie sind sinnvoll für Pferde, die viel auf asphaltierten Wegen, im Sport oder bei hoher Belastung laufen. Barhuf ist für viele Pferde gesünder, erfordert aber eine längere Anpassung.

Wie sieht der Huf bei Hufrehe aus?

  • Warme Hufe mit stark fühlbarem Hufpuls
  • Rehehaltung: Das Pferd stellt die Vorderbeine nach vorne, um die Zehen zu entlasten
  • Schmerzen und Lahmheit, besonders auf hartem Boden
  • Verformte Hufwand bei chronischer Hufrehe

Wie nennt man ein Pferd ohne Hufeisen?

Ein Barhuf-Pferd.

Wie viel kostet ein Hufschmied für ein Barhuf-Pferd?

Das Ausschneiden der Hufe kostet 40–80 €, abhängig von Region und Hufschmied.

Wie oft soll man Barhuf ausschneiden?

Ein Barhuf-Pferd sollte alle 6–8 Wochen ausgeschnitten und kontrolliert werden.

Kann jedes Pferd Barhuf laufen?

Nicht jedes Pferd kann problemlos barhuf gehen. Pferde mit schwachen Hufen, Fehlstellungen oder hoher Belastung brauchen oft einen Beschlag, um die Hufe zu schützen.

Welche Arten von Hufeisen gibt es?

  • Stahl- oder Aluminium-Hufeisen (klassisch)
  • Klebebeschläge (schonend für die Hufwand)
  • Duplo-Beschläge (Kunststoff-Metall-Kombination)
  • Spezialbeschläge für Hufkrankheiten

Wann soll man ein Pferd auf Barhuf umstellen?

Eine Umstellung ist sinnvoll, wenn der Huf gesund ist und sich das Pferd an natürliche Abnutzung anpassen kann.

Wie lange dauert die Umstellung auf Barhuf?

Die Anpassungszeit beträgt mehrere Monate bis zu einem Jahr, da sich die Hufsohle härten und anpassen muss.

Was kostet ein Klebebeschlag beim Pferd?

Je nach Material und Hufschmied zwischen 120 und 250 €.

Was ist ein orthopädischer Hufbeschlag?

Ein speziell angepasster Beschlag, der Fehlstellungen korrigiert oder Pferde mit Hufkrankheiten unterstützt.

Welche Arten von Hufbeschlag gibt es?

  • Normale Hufeisen (Stahl, Aluminium)
  • Klebebeschläge
  • Duplo-Beschlag
  • Spezialbeschläge für Erkrankungen (Rehebeschlag, Spat-Beschlag)

Welche Nachteile hat ein NBS-Beschlag?

  • Nicht für alle Pferde geeignet
  • Kann Fehlbelastungen verursachen, wenn er nicht korrekt angepasst ist
  • Oft teurer als herkömmliche Beschläge

Ist der Duplo-Beschlag gut für Pferde mit Arthrose?

Ja, der Duplo-Beschlag kann durch seine Stoßdämpfung die Gelenke entlasten und Pferde mit Arthrose unterstützen.

Welcher Beschlag ist bei Arthrose beim Pferd geeignet?

  • Stoßdämpfende Beschläge (z. B. Duplo oder Kunststoffbeschläge)
  • Runde Beschläge, die den Abrollpunkt nach vorne verlagern
  • Orthopädische Spezialbeschläge, abhängig vom Krankheitsverlauf

Hatten Pferde im Mittelalter Hufeisen?

Ja, bereits im 9. Jahrhundert wurden Hufeisen zum Schutz der Hufe eingesetzt.

Kann man ein Pferd ohne Hufeisen reiten?

Ja, wenn das Pferd stabile Hufe hat und sich an den Untergrund anpassen kann.

Welches Material wird für Hufeisen verwendet?

  • Stahl (klassisch, langlebig)
  • Aluminium (leichter, oft für Sportpferde)
  • Kunststoff (flexibel, stoßdämpfend)
Autor*in
Rosana SchmidtKlinikenMehr VON CMH.TV

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