Anatomie Pferd -  Skelett, Muskulatur, Organe und ihre Funktionen

Anatomie Pferd - Skelett, Muskulatur, Organe und ihre Funktionen

Die Anatomie des Pferdes ist faszinierend und komplex. Vom Skelett über die Muskulatur bis zu den Verdauungs- und Atemorganen – jedes System hat eine entscheidende Funktion für Gesundheit und Leistung. In diesem Artikel erfährst du alles über den Aufbau des Pferdekörpers, häufige Erkrankungen und wie du dein Pferd durch gezieltes Training, richtige Fütterung und Pflege optimal unterstützen kannst.

Inhaltsverzeichnis

➡️ Videotipp: Pferdeanatomie aus einer neuen Perspektive mit David O’Connor
Olympiasieger David O’Connor erklärt die faszinierende Anatomie des Pferdes und zieht spannende Vergleiche zum menschlichen Körper. Wusstest du, dass Pferde unterhalb des Knies keine Muskeln haben – ähnlich wie unsere Hände? Oder dass das, was wir als Pferderücken wahrnehmen, eigentlich nicht ihr tatsächlicher Rücken ist? Ein spannender Einblick in die Anatomie und Biomechanik des Pferdes!

Pferdeskelett – Aufbau und Funktion

Das Skelett des Pferdes bildet die stabile Grundlage des Körpers und sorgt für Stabilität, Schutz und Beweglichkeit. Es besteht aus etwa 205 Knochen, die durch Gelenke, Sehnen und Bänder verbunden sind. Diese Struktur ermöglicht eine hohe Belastbarkeit und Flexibilität, was für ein Fluchttier essenziell ist.

➡️ Videotipp: Die Anatomie des Pferdes – Ein Blick ins Innere
Dr. Liz Barrett, Sportpferde-Tierärztin und Chirurgin am Hagyard Equine Medical Institute, erklärt die wichtigsten Knochen, Organe, Bänder und Sehnen des Pferdes. Begleitet wird ihr Vortrag von einem digitalen Modell, das die einzelnen Strukturen visualisiert.

Wie viele Knochen hat ein Pferd?

Ein erwachsenes Pferd besitzt rund 205 Knochen, wobei leichte Abweichungen je nach Rasse und individuellen Unterschieden möglich sind. Besonders wichtig sind die tragenden Knochen der Beine, die Wirbelsäule und die Gelenke, die für die Fortbewegung und Balance des Pferdes entscheidend sind.

Pferdekopf

Der Schädel des Pferdes schützt das Gehirn, trägt die Sinnesorgane und ermöglicht die Nahrungsaufnahme. Die meisten Schädelknochen sind fest miteinander verwachsen, nur der Unterkiefer bleibt beweglich und ermöglicht das Kauen.

Eigenschaft Hufverband Angussverband
Zweck Schutz des Hufs Medizinische Behandlung
Haltbarkeit 24–48 Stunden 12–24 Stunden
Einsatzgebiet Vorbeugung und Schutz Entzündungen und Abszesse
Hauptmaterialien Mullwatte, selbstklebender Verband, Hufverband-Tape Mullwatte, Flüssigkeiten wie Rivanol, Plastikfolie
Vorteile Schützt vor Schmutz und Belastung, einfache Anwendung Fördert Heilung, wirkt gezielt auf Entzündungen
Nachteile Kein gezielter medizinischer Effekt Kann das Hufhorn aufweichen, häufigerer Wechsel nötig
Anatomische Darstellung des Pferdekopfes mit sichtbaren Knochen und wichtigen Strukturen wie Schädel, Kiefer, Nasenhöhlen und Augenhöhlen. Die Abbildung zeigt den Kopf im Querschnitt, um die inneren anatomischen Details übersichtlich darzustellen.
Pferdekopf

Wirbelsäule Pferd

Die Wirbelsäule des Pferdes bildet die zentrale Achse des Körpers und besteht aus etwa 54 Wirbeln. Sie sorgt für Stabilität, Beweglichkeit und die Kraftübertragung zwischen Vor- und Hinterhand.

Abschnitt Anzahl der Wirbel Funktion
Halswirbelsäule (Vertebrae cervicales) 7 Hohe Beweglichkeit für Kopf und Hals
Brustwirbelsäule (Vertebrae thoracicae) 18 Verbindung mit den Rippen, beeinflusst die Sattellage
Lendenwirbelsäule (Vertebrae lumbales) 6 Unterstützt die Tragkraft des Rückens
Kreuzbein (Os sacrum) 5 (verwachsen) Überträgt die Kraft der Hinterhand auf den Körper
Schwanzwirbelsäule (Vertebrae caudales) ca. 18–22 Balance und Kommunikation
Anatomische Darstellung der Wirbelsäule eines Pferdes, vom Genick bis zum Schweif. Die Abbildung zeigt die einzelnen Wirbelabschnitte – Halswirbel, Brustwirbel, Lendenwirbel, Kreuzbein und Schweifwirbel – sowie deren Anordnung und Form. Die Struktur veranschaulicht die Flexibilität und Tragkraft der Wirbelsäule.
Wirbelsäule Pferd

Brustkorb Pferd

Der Brustkorb schützt die lebenswichtigen inneren Organe und besteht aus 18 Rippenpaaren sowie dem Brustbein. Er ist flexibel genug, um die Atmung zu ermöglichen, aber auch stabil genug, um das Gewicht des Oberkörpers zu tragen.

Knochen Funktion
Brustwirbel (Vertebrae thoracicae) Verbindung zu den Rippen, Stabilität des Rumpfes
Rippen (Costae, 18 Paare) Schutz der Organe, Beweglichkeit für die Atmung
Brustbein (Sternum) Verbindungspunkt der Rippen, Teil des Brustkorbs
Anatomische Darstellung des Brustkorbs eines Pferdes mit sichtbaren Rippen, Brustbein und angrenzenden Wirbeln. Die Illustration zeigt den knöchernen Aufbau, der Herz und Lunge schützt, sowie die Verbindung zum Schultergürtel und zur Wirbelsäule. Die Struktur macht die Form und Funktion des Thorax deutlich.
Brustkorb Pferd

Vorderbeine (Vorhand)

Die Vordergliedmaßen sind für die Stoßdämpfung und das Tragen des Körpergewichts verantwortlich. Da Pferde kein Schlüsselbein besitzen, sind sie nur durch Muskeln, Sehnen und Bänder am Rumpf befestigt. Dies sorgt für eine hohe Flexibilität und Dämpfung bei Bewegungen.

Knochen Funktion
Schulterblatt (Scapula) Verbindung zwischen Vorderbein und Rumpf, Beweglichkeit und Stoßdämpfung
Oberarmknochen (Humerus) Verbindet Schulterblatt mit Unterarm, überträgt Muskelkräfte
Speiche (Radius) Hauptknochen des Unterarms, trägt das Gewicht und ermöglicht Bewegung
Elle (Ulna, teils verwachsen) Stabilisiert den Unterarm, begrenzt Beugung des Ellenbogens
Vorderfußwurzelknochen (Karpalknochen) Bilden das Karpalgelenk (Knie des Pferdes), Beweglichkeit und Stoßdämpfung
Röhrbein (Metacarpus III) Haupttragender Knochen im unteren Beinabschnitt, sorgt für Stabilität
Griffelbeine (Metacarpus II & IV) Zwei dünne Knochen seitlich des Röhrbeins, unterstützen die Stabilität

Hinterbeine (Hinterhand)

Die Hintergliedmaßen sind für die Kraftübertragung und den Vorwärtsimpuls verantwortlich. Sie sind über das Becken fest mit der Wirbelsäule verbunden, wodurch eine effektive Kraftübertragung auf den gesamten Körper erfolgt.

Knochen Funktion
Becken (Pelvis) Verbindung zwischen Wirbelsäule und Hinterhand, überträgt Kraft auf die Hinterbeine
Oberschenkelknochen (Femur) Längster Knochen des Körpers, trägt viel Gewicht und überträgt Kraft
Kniescheibe (Patella) Schützt das Kniegelenk, verbessert die Hebelwirkung der Muskulatur
Schienbein (Tibia) Hauptknochen des Unterschenkels, trägt das Gewicht und ermöglicht Bewegung
Wadenbein (Fibula) Rudimentär und teilweise mit der Tibia verwachsen, geringe funktionelle Bedeutung
Sprunggelenksknochen (Tarsalknochen) Bilden das Sprunggelenk, ermöglichen Beweglichkeit und Stoßdämpfung
Röhrbein (Metatarsus III) Haupttragender Knochen der Hinterbeine, sorgt für Stabilität
Griffelbeine (Metatarsus II & IV) Zwei dünne Knochen seitlich des Röhrbeins, unterstützen die Stabilität
Anatomische Darstellung der Pferdebeine mit Fokus auf das Skelett. Zu sehen sind ausschließlich die Knochen der Vorder- und Hintergliedmaßen, darunter Schulterblatt, Oberarmknochen, Speiche, Röhrbein, Fessel- und Kronbein sowie Becken, Oberschenkelknochen, Schienbein, Sprunggelenk und die Hufknochen. Die Illustration zeigt die knöcherne Struktur der Gliedmaßen in Seitenansicht
Beine Pferd

Huf Pferd Anatomie

Der Huf ist der unterste Teil des Pferdebeins und trägt das gesamte Körpergewicht.

Knochen Funktion
Fesselbein (Os compedale) Verbindung zwischen Röhrbein und Kronbein, dämpft Bewegungen
Kronbein (Os coronale) Überträgt Kräfte vom Fesselbein zum Hufbein
Hufbein (Os ungulare) Trägt das gesamte Körpergewicht, sorgt für Stabilität
Anatomische Darstellung der knöchernen Strukturen im Pferdehuf. Abgebildet sind Hufbein, Kronbein und Strahlbein in ihrer natürlichen Anordnung innerhalb der Hufkapsel. Die Illustration zeigt die Lage der Knochen zueinander sowie ihre Einbettung im unteren Bereich der Gliedmaße, meist in seitlicher Querschnittsansicht.
Hufe Pferd

Bewegungsapparat Pferd

Der Bewegungsapparat des Pferdes besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  1. Der passive Bewegungsapparat – umfasst Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder.
  2. Der aktive Bewegungsapparat – umfasst die Muskulatur, die für Bewegung und Kraftübertragung sorgt.

Ein gesunder Bewegungsapparat ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden des Pferdes. Fehlbelastungen, falsches Training oder mangelnde Pflege können zu Problemen wie Lahmheit, Muskelverspannungen oder Gelenkerkrankungen führen.

Passiver Bewegungsapparat

Der passive Bewegungsapparat besteht aus den Knochen, Gelenken, Bändern und Sehnen des Pferdes. Er sorgt für Struktur, Stabilität und Flexibilität.

Gelenke des Pferdes

Die Gelenke verbinden Knochen miteinander und ermöglichen Bewegung. Sie sind mit Knorpel und Gelenkflüssigkeit ausgestattet, um Reibung zu minimieren.

Wichtige Gelenke des Pferdes und ihre Funktion

Gelenk Funktion
Schultergelenk Verbindung von Schulterblatt und Oberarm, ermöglicht Bewegungsfreiheit
Ellenbogengelenk Beugt und streckt das Vorderbein
Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk) Entspricht dem menschlichen Handgelenk, sorgt für Stoßdämpfung
Hüftgelenk Verbindung von Becken und Hinterhand, trägt das Gewicht
Kniegelenk (Hinterhand) Beugt und streckt das Hinterbein, steuert die Kraftübertragung
Sprunggelenk Wichtiger Teil der Hinterhandmechanik, ermöglicht den Vorwärtsimpuls
Fesselgelenk Federung des Beins, wirkt stoßdämpfend
Hufgelenk Letzte Verbindung zwischen Bein und Boden, beeinflusst Balance und Stabilität
Anatomische Darstellung der wichtigsten Gelenke des Pferdeskeletts, darunter Schultergelenk, Ellbogengelenk, Karpalgelenk (Vorderfußwurzelgelenk), Fesselgelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk (entspricht dem menschlichen Sprunggelenk) und Sprunggelenk. Die Abbildung zeigt die Gelenke als Verbindungsstellen zwischen den Knochen, oft in Seitenansicht, mit Fokus auf Bewegungsachsen und Gelenkflächen.
Gelenke Pferd
💡 Gut zu wissen:
  • Das Kniegelenk des Pferdes befindet sich an der Hinterhand und entspricht dem menschlichen Knie.
  • Das „Knie“ der Vorderbeine ist hingegen das Karpalgelenk, das eher dem menschlichen Handgelenk ähnelt.

Sehnen und Bänder

Sehnen und Bänder spielen eine zentrale Rolle für die Bewegung und Stabilität des Pferdebeins. Sie verbinden Knochen und Muskeln und sorgen dafür, dass die Gliedmaßen korrekt funktionieren. Verletzungen in diesem Bereich gehören zu den häufigsten orthopädischen Problemen bei Sport- und Freizeitpferden.

Unterschied zwischen Sehnen und Bändern
  • Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und übertragen die Muskelkraft auf das Skelett. Sie ermöglichen die Bewegung und absorbieren Belastungen.
  • Bänder verbinden Knochen miteinander und stabilisieren die Gelenke. Sie begrenzen die Beweglichkeit der Gelenke und schützen vor Überdehnungen.
Struktur Funktion
Tiefes Beugesehnen-System Unterstützt das Beugen der Gelenke, entlastet die Beine
Oberflächliche Beugesehne Wirkt auf Fesselgelenk und Kronbein, dämpft Belastungen
Strecksehnen Verantwortlich für das Strecken der Beine
Fesselträger (Ligamentum suspensorium) Stabilisiert das Fesselgelenk, schützt vor Überlastung
Anatomische Darstellung der Sehnen und Bänder im Pferdebein. Sichtbar sind unter anderem die oberflächliche und tiefe Beugesehne, der Fesselträger sowie unterstützende Bänder, die entlang des Röhrbeins bis zur Hufregion verlaufen. Die Illustration zeigt den Verlauf dieser Strukturen, ihre Verbindung zu den Gelenken und ihre Funktion für die Stabilität und Bewegung des Pferdebeins
Sehnen und Bänder Pferd
Sehnenschaden Pferd

Sehnenschäden entstehen häufig durch Überlastung, Fehlbelastung oder falsches Training. Besonders betroffen sind die Beugesehnen, da sie bei jedem Schritt enorme Kräfte absorbieren. Eine Überlastung kann zu Entzündungen, Faserrissen oder sogar kompletten Sehnenrupturen führen.

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Sehnenschäden sind eine häufige Verletzung, die durch Überbelastung entstehen kann. Dr. Clemens Hayessen erklärt anhand realer Fälle, woran du Sehnenprobleme frühzeitig erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie du dein Pferd bestmöglich unterstützen kannst. 

Fesselträgerschaden Pferd

Der Fesselträger ist eines der wichtigsten Bänder im Pferdebein, da er das Fesselgelenk stützt und vor Überlastung schützt. Wird er überbeansprucht oder verletzt, kann dies zu einem Fesselträgerschaden führen.

📖 Lesetipp: Fesselträgerschaden beim Pferd – Ursachen, Diagnose & Behandlung
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Aktiver Bewegungsapparat – Die Muskulatur des Pferdes

Die Muskulatur des Pferdes ermöglicht Bewegung, Kraftübertragung und Körperhaltung. Pferde besitzen rund 700 Muskeln, die in drei Hauptgruppen unterteilt sind:

  1. Muskulatur der Vorhand (Schulter-, Hals- und Brustmuskeln)
  2. Rücken- und Rumpfmuskulatur (Trägt das Reitergewicht, sorgt für Aufrichtung)
  3. Muskulatur der Hinterhand (Kraftübertragung und Vorwärtsimpuls)
Muskelgruppe Funktion Beuger oder Strecker?
Halsmuskulatur Bewegt und stabilisiert den Hals, ermöglicht Kopfhaltung Beuger & Strecker
Trapezmuskel Hebt und senkt das Schulterblatt, wichtig für Aufrichtung Strecker
Brustmuskulatur Stabilisiert die Vorderbeine, trägt zur Balance bei Beuger & Stabilisierungsmuskulatur
Rückenmuskulatur Stabilisiert den Rücken, trägt das Reitergewicht Strecker
Bauchmuskulatur Unterstützt den Rumpf, fördert die Rückentätigkeit Beuger
Vordermuskulatur (Vorhand) Trägt das Körpergewicht, dämpft Stöße Stabilisierende Muskulatur
Hinterhandmuskulatur Erzeugt Schubkraft, wichtig für Vorwärtsbewegung Beuger & Strecker
Oberschenkelmuskulatur Unterstützt das Kniegelenk und die Beugung des Beins Strecker
Schwanzmuskulatur Unterstützt Balance und Kommunikation Beuger & Stabilisierungsmuskulatur

Beuger vs. Strecker – Was bedeutet das?

  • Beuger (Flexoren) → Ziehen die Gliedmaßen an, helfen bei der Versammlung und Körperhaltung
  • Strecker (Extensoren) → Sorgen für die Aufrichtung, Vorwärtsbewegung und Schubkraft
💡 Gut zu wissen
  • Ausgewogenes Training: Ein Gleichgewicht zwischen Beugern und Streckern ist essenziell, um muskuläre Dysbalancen zu vermeiden.
  • Hinterhandmuskulatur: Erzeugt die meiste Energie und sollte besonders bei Spring- oder Dressurpferden gestärkt werden.
  • Bauch- und Rückenmuskulatur: Arbeiten zusammen, um das Reitergewicht zu tragen und die Haltung zu verbessern.

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Gezieltes Longentraining ist ein wertvolles Tool zur Gymnastizierung, das oft unterschätzt wird. Ohne das Gewicht des Reiters kann das Pferd sich freier bewegen, gezielt Muskeln aufbauen und seine Balance verbessern. Erfahre, welche Übungen besonders effektiv sind und wie du sie in dein Training integrieren kannst – jetzt reinschauen!

Muskelaufbau beim Pferd – So geht’s richtig

Wie trainierst du die Muskulatur deines Pferdes richtig?

Ein gezieltes Training fördert den Muskelaufbau deines Pferdes und verbessert seine Leistungsfähigkeit. Eine Kombination aus Gymnastizierung, abwechslungsreicher Arbeit und ausreichenden Erholungsphasen ist entscheidend.

  • Langsame Steigerung: Belastung schrittweise erhöhen
  • Vielseitiges Training: Kombination aus Bodenarbeit, Dressur, Springgymnastik
  • Regelmäßige Bewegung: Tägliche Aktivität für Muskelkraft und Gelenkgesundheit
  • Aufwärmen und Abkühlen: Vorbeugung von Verletzungen

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Damit Muskeln wachsen, braucht es mehr als nur Bewegung – auch die richtige Ernährung spielt eine entscheidende Rolle. Dr. Patricia Sitzenstock erklärt, welche Nährstoffe essenziell sind und wie du dein Pferd gezielt im Muskelaufbau unterstützen kannst. Jetzt reinschauen!

Trainingsplan für einen gesunden Bewegungsapparat

Ein gutes Training hält den Bewegungsapparat gesund und beugt Verletzungen vor. Dabei sollten Abwechslung, gezielter Muskelaufbau und ausreichend Regenerationszeit berücksichtigt werden.

💡 Gut zu wissen:
  • Ein gut trainierter Muskelapparat entlastet die Gelenke und kann Fehlbelastungen vorbeugen.
  • Besonders der Trapezmuskel, die Rückenmuskulatur und die Hinterhandmuskulatur sind für eine gesunde Haltung essenziell.

Organe Pferd

Die inneren Organe des Pferdes sind essenziell für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Sie steuern lebenswichtige Prozesse wie Verdauung, Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel.

Ein gutes Verständnis der Pferdeanatomie hilft dabei, mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und die richtige Fütterung sowie Trainingsmethoden anzupassen.

Verdauungssystem – Wie verarbeitet ein Pferd Futter?

Das Verdauungssystem des Pferdes ist speziell darauf ausgelegt, kontinuierlich kleine Mengen rohfaserreicher Nahrung aufzunehmen. Da Pferde nicht in großen Mengen fressen können, ist eine gleichmäßige Futteraufnahme über den Tag entscheidend.

Welche Organe liegen links beim Pferd?

  • Magen – relativ klein, kann sich nicht stark dehnen
  • Milz – speichert und reguliert rote Blutkörperchen
  • Dickdarm & Blinddarm – verdauen Rohfaser durch Bakterien
Organ Funktion
Schlund (Pharynx & Ösophagus) Transportiert das Futter aus dem Maul in den Magen. Aufgrund der Einweg-Funktion der Speiseröhre können Pferde nicht erbrechen, was das Kolikrisiko erhöht.
Magen Relativ klein (ca. 15L) und kann sich nicht stark dehnen. Leitet das Futter schnell weiter. Im oberen Bereich beginnt die mikrobielle Umsetzung, im unteren drüsenhaltigen Bereich erfolgt die chemische Verdauung durch Magensaft und Enzyme wie Pepsin.
Dünndarm Hauptort der enzymatischen Verdauung (ca. 20-25m lang). Hier werden Proteine, Fette und Kohlenhydrate durch Enzyme wie Amylase, Trypsin und Lipase aufgespalten. Die Nährstoffe werden über die Darmzotten aufgenommen.
Blinddarm Funktioniert als Gärkammer und enthält Mikroben, die Rohfaser zersetzen. Die Verdauung erfolgt durch Fermentation, wobei flüchtige Fettsäuren entstehen, die als Energiequelle dienen.
Dickdarm Besteht aus Grimmdarm, Mastdarm und Blinddarm.Zuständig für Wasseraufnahme, Elektrolythaushalt und die weitere mikrobielle Fermentation von Rohfasern. Die Verdauung kann bis zu 45 Stunden dauern.
Leber Produziert Gallenflüssigkeit, die direkt in den Dünndarm abgegeben wird (da Pferde keine Gallenblase besitzen). Unterstützt die Fettverdauung, speichert Nährstoffe und entgiftet das Blut.
Bauchspeicheldrüse Gibt Pankreassaft in den Dünndarm ab, um Proteine, Fette und Kohlenhydrate aufzuspalten. Reguliert den Zuckerstoffwechsel durch Insulinproduktion.
Anatomische Darstellung des Verdauungstrakts eines Pferdes mit allen wesentlichen Organen. Abgebildet sind unter anderem Maul, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Blinddarm, Dickdarm und Enddarm. Die Illustration zeigt den typischen Verlauf und die komplexe Anordnung des Verdauungssystems im Bauchraum des Pferdes, häufig in seitlicher Ansicht.
Verdauung Pferd

Besonderheiten der Pferdeverdauung

  • Pferde können nicht erbrechen, da der Mageneingang durch einen kräftigen Schließmuskel gesichert ist. Dies erhöht das Kolikrisiko, wenn unverträgliches oder vergorenes Futter aufgenommen wird.
  • Der Magen ist nicht als Speicherorgan ausgelegt. Daher ist eine kontinuierliche Futteraufnahme mit vielen kleinen Mahlzeiten optimal.
  • Der Dickdarm ist der wichtigste Verdauungsabschnitt, da Pferde die meiste Energie aus der mikrobiellen Rohfaserverdauung gewinnen.

Probleme im Verdauungssystem des Pferdes

Das Verdauungssystem des Pferdes ist empfindlich und kann durch falsche Fütterung oder Haltung schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Häufige Beschwerden sind Koliken, Magengeschwüre, Durchfall oder Verstopfung.

Kolik – die größte Gefahr

Koliken sind eine der häufigsten und gefährlichsten Verdauungsstörungen beim Pferd. Ursachen können plötzliche Futterumstellungen, zu wenig Raufutter, Wassermangel oder Stress sein. Erste Anzeichen sind Unruhe, Scharren, Wälzen und Appetitlosigkeit. Um eine Kolik vorzubeugen, sollten Pferde regelmäßig Raufutter bekommen, ausreichend trinken und langsam an neues Futter gewöhnt werden.

Magengeschwüre durch falsche Fütterung

Eine unzureichende Fütterung mit langen Fresspausen und zu viel Kraftfutter kann die Magenschleimhaut schädigen. Typische Symptome sind Gewichtsverlust, häufiges Gähnen und Mattigkeit. Um Magengeschwüre zu vermeiden, sollte das Pferd kontinuierlich Zugang zu Raufutter haben und Kraftfutter in kleinen Mengen gefüttert werden.

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Stress, falsche Haltung oder Fütterung – die Ursachen für Magengeschwüre sind vielfältig und oft schwer zu erkennen. Erfahre, woran du sie erkennst, warum eine Gastroskopie für die Diagnose unerlässlich ist und wie du deinem Pferd helfen kannst. Jetzt reinschauen!

Durchfall und Verdauungsstörungen

Durchfall kann durch minderwertiges Futter, Stress oder zu schnelle Futterumstellungen verursacht werden. Auch Parasiten oder Zahnprobleme können eine Rolle spielen. Eine ausgewogene Fütterung, langsame Umstellungen und regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen, Verdauungsstörungen vorzubeugen.

Verstopfung und Fehlgärungen

Zu wenig Bewegung, Wassermangel oder falsches Futter wie zu viel Stroh können zu Verstopfung führen. Das Pferd setzt dann seltener oder sehr harten Kot ab. Auch Fehlgärungen im Dickdarm, zum Beispiel durch zu viel Stärke oder frisches Gras, können Verdauungsprobleme verursachen. Eine langsame Anfütterung und eine angepasste Fütterung reduzieren das Risiko.

Fütterung – Die Grundlage für eine gesunde Verdauung

Die Verdauung des Pferdes ist auf kontinuierliche Aufnahme von rohfaserreichem Futter ausgelegt. Hochwertiges Raufutter sollte die Basis der Pferdefütterung sein, da es:

  • Die Kautätigkeit anregt und für ausreichend Speichelproduktion sorgt
  • Den Magen schützt und die Darmflora stabilisiert
  • Die langsame Passage durch den Verdauungstrakt unterstützt

📖 Lesetipp: Pferdefütterung – Alles, was du wissen musst!
Von Raufutter über Kraftfutter bis hin zu Ergänzungsfuttermitteln – die richtige Fütterung ist essenziell für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit deines Pferdes. Erfahre, welche Futterarten es gibt, worauf du achten solltest und wie du dein Pferd optimal versorgst - Jetzt lesen!

Atmungssystem Pferd – Aufbau und Funktion

Das Atmungssystem des Pferdes ist auf eine hohe Sauerstoffaufnahme ausgelegt. Die Lungenoberfläche entspricht etwa zehn Tennisplätzen und zählt zu den größten im Tierreich. Trotz dieser Leistungsfähigkeit ist die Lunge ein empfindliches Organ, das stark auf Umweltfaktoren wie Staub oder Ammoniak reagiert.

Zahlen und Fakten

  • Ein 500 kg schweres Pferd besitzt ein Lungenvolumen von 40–55 Litern.
  • Täglich strömen etwa 90.000 Liter Luft durch die Lunge.
  • In Ruhe atmet ein Pferd 8–16 Mal pro Minute und bewegt dabei 6–8 Liter Luft pro Atemzug.
  • Unter Belastung steigt die Atemfrequenz auf 120–150 Atemzüge pro Minute.

Aufbau des Atmungssystems

Das Atmungssystem des Pferdes wird in obere Atemwege (Nüstern, Nasenhöhle, Kehlkopf) und untere Atemwege (Luftröhre, Bronchien, Lunge) unterteilt. Die oberen Atemwege filtern, erwärmen und befeuchten die Luft, während die unteren Atemwege für den Gasaustausch verantwortlich sind.

Organ Funktion
Nüstern & Nasenhöhle Filtern, erwärmen und befeuchten die eingeatmete Luft
Nasennebenhöhlen Unterstützen die Luftfilterung und regulieren den Luftstrom
Kehlkopf (Larynx) Trennt Atem- und Verdauungstrakt, verhindert das Eindringen von Nahrung in die Luftröhre
Luftröhre (Trachea) Transportiert die Luft von den oberen Atemwegen in die Lunge
Bronchien & Bronchiolen Verteilen die Luft innerhalb der Lunge, verzweigen sich immer feiner
Lungenbläschen (Alveolen) Ort des Gasaustauschs, Sauerstoff wird ins Blut aufgenommen, Kohlendioxid abgegeben
Zwerchfell Hauptmuskel der Atmung, reguliert Ein- und Ausatmung
Anatomische Darstellung des Atmungssystems eines Pferdes. Zu sehen sind Nüstern, Nasenhöhlen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Lungenflügel. Die Abbildung zeigt den Verlauf der Atemwege vom Kopf bis in den Brustraum und veranschaulicht die Struktur und Funktion der Organe, die an der Atmung beteiligt sind – meist in seitlicher Ansicht.
Atmung Pferd

➡️ Videotipp: Die Pferdelunge – Atmen ist Leben!
Erfahre, warum die Lunge ein einzigartiges Leistungsorgan ist, welche Erkrankungen sie beeinträchtigen können und wie du die Atemwegsgesundheit deines Pferdes optimal unterstützt – jetzt ansehen!

Besonderheiten der Pferdeatmung

  • Pferde atmen ausschließlich durch die Nüstern. Eine Atmung durch das Maul ist nicht möglich.
  • Flimmerhärchen (Zilien) in den Atemwegen transportieren Schleim und Fremdstoffe nach außen.
  • Pferde besitzen ein sehr empfindliches Atemsystem, das auf Staub, Allergene und schlechte Luftqualität schnell mit Erkrankungen reagiert.

Leistungsfähigkeit und Erkrankungen

Ein gesundes Atmungssystem ist essenziell für die Leistungsfähigkeit. Sauerstoff wird für alle Stoffwechselprozesse benötigt. Ist die Lunge erkrankt, zeigt sich dies in Form von:

  • Geringerer Sauerstoffaufnahme → Das Pferd ermüdet schneller.
  • Atemnot oder erschwerter Atmung → Die Belastbarkeit sinkt.
  • Chronischen Erkrankungen wie COB (Chronisch obstruktive Bronchitis) oder RAO (Equines Asthma).

➡️ Videotipp: Gesunde Atemwege für optimale Leistung!
Erfahre, wie du die Lunge deines Pferdes vor Staub, Schmutz und Allergenen schützt, um die Sauerstoffversorgung zu verbessern und die Leistungsfähigkeit zu optimieren – für ein gesundes und glückliches Pferd!

Herz-Kreislauf-System

Das Herz-Kreislauf-System versorgt den Körper mit Sauerstoff, Nährstoffen und Hormonen und transportiert Stoffwechselprodukte ab. Es spielt eine zentrale Rolle für die körperliche Leistungsfähigkeit und die Thermoregulation.

Fakten zum Herz-Kreislauf-System

  • Das Herz eines Pferdes wiegt etwa 3,5–4,5 kg, kann aber bei Hochleistungspferden bis zu 10 kg erreichen.
  • Die Herzfrequenz in Ruhe beträgt 28–44 Schläge pro Minute, kann aber bei starker Belastung auf bis zu 250 Schläge pro Minute steigen.
  • Das Blutvolumen eines Pferdes entspricht etwa 7 % seines Körpergewichts – bei einem 500 kg schweren Pferd sind das ca. 35 Liter Blut.
  • Die Milz speichert rote Blutkörperchen und kann diese bei körperlicher Belastung schnell ins Blut freisetzen, um die Sauerstoffversorgung zu erhöhen.
Organ Funktion
Herz Pumpt das Blut durch den Körper
Arterien Transportieren sauerstoffreiches Blut zu Muskeln und Organen
Venen Transportieren sauerstoffarmes Blut zurück zum Herz
Kapillaren Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen mit dem Gewebe
Milz Speichert und reguliert rote Blutkörperchen, wichtig für Leistungssteigerung

Ausscheidungsorgane – Entgiftung und Stoffwechsel

Die Ausscheidungsorgane des Pferdes sind für die Entgiftung des Körpers und die Regulation des Wasserhaushalts verantwortlich. Die wichtigsten Organe sind die Nieren, die Leber und die Blase.

Fakten zum Ausscheidungssystem

  • Die Nieren eines Pferdes filtern täglich etwa 50 Liter Blut, um Giftstoffe und Stoffwechselprodukte auszuscheiden.
  • Pferde haben eine besonders effiziente Wasserregulation, um Flüssigkeit für die Verdauung und Kühlung zu sparen.
  • Der Urin eines Pferdes enthält hohe Mengen an Kalzium, was zu einer trüben Farbe führen kann – das ist normal.
Organ Funktion
Leber Entgiftung, Speicherung von Vitaminen
Nieren Filtern Giftstoffe aus dem Blut, regulieren den Wasserhaushalt
Blase Speichert und scheidet Urin aus

Besonderheiten der Ausscheidung

  • Pferde schwitzen stärker als viele andere Tiere, um überschüssige Wärme und Stoffwechselabfälle loszuwerden.
  • Unzureichende Wasseraufnahme kann zu Blasensteinen oder Nierenproblemen führen.

Pferdegebiss

Das Gebiss des Pferdes ist speziell an die Aufnahme und Zerkleinerung von rohfaserreichem Futter angepasst. Die Zähne wachsen ein Leben lang und nutzen sich durch das Kauen kontinuierlich ab.

Wie viele Zähne hat ein Pferd?

  • Hengste und Wallache: 40–44 Zähne
  • Stuten: 36–40 Zähne
  • Die Zähne wachsen lebenslang und müssen regelmäßig kontrolliert werden.

➡️ Videotipp: Zahnpflege beim Pferd – Prävention ist das A und O!
Pferdezähne wachsen stetig – daher ist eine regelmäßige Kontrolle essenziell. Erfahre von Dr. Carsten Vogt, wie eine Zahnbehandlung abläuft, was Pferdezähne so besonders macht und warum Zahnpflege für die Gesundheit deines Pferdes unerlässlich ist – jetzt reinschauen!

Zahnart Funktion
Schneidezähne Greifen und schneiden Gras
Eckzähne (Hengstzähne) Vor allem bei Hengsten ausgeprägt, keine Futteraufnahme-Funktion
Prämolaren & Molaren (Backenzähne) Mahlen das Futter zu Brei
Anatomische Darstellung des Pferdegebisses mit sichtbaren Schneidezähnen, Hengstzähnen (Canini) und Backenzähnen. Die Abbildung zeigt den Aufbau des Ober- und Unterkiefers, die Anordnung der Zähne sowie die Zahnzwischenräume (Diastemen). Häufig dargestellt im seitlichen Querschnitt, um den Zahnwechsel und Abnutzungsmuster zu veranschaulichen.
Zähne Pferd

➡️ Videotipp: Gesunde Zähne durch die richtige Fütterung!
Die Fütterung hat direkten Einfluss auf die Zahngesundheit deines Pferdes. Dr. Sitzenstock erklärt, wie falsche Ernährung Zahnprobleme begünstigen kann, warum die richtige Abnutzung entscheidend ist und wie du mit gezielter Fütterung und Pflege für gesunde Pferdezähne sorgst. Jetzt reinschauen!

Nervensystem Pferd

Das Nervensystem des Pferdes steuert alle lebenswichtigen Funktionen, Bewegungen und Sinneseindrücke. Es ermöglicht schnelle Reaktionen auf Umweltreize und spielt eine zentrale Rolle für das Verhalten und die Lernfähigkeit des Pferdes.

Aufbau des Nervensystems

Das Nervensystem gliedert sich in zwei Hauptbereiche:

  • Zentrales Nervensystem (ZNS): Besteht aus Gehirn und Rückenmark, steuert lebenswichtige Prozesse und Bewegungen.
  • Peripheres Nervensystem (PNS): Umfasst alle Nerven außerhalb des ZNS, überträgt Reize zwischen Körper und Gehirn.

Wichtige Funktionen des Nervensystems

Struktur Funktion
Gehirn Steuert Bewegungen, Verhalten und Sinneswahrnehmung
Rückenmark Leitet Nervenimpulse zwischen Gehirn und Körper
Sensorische Nerven Erfassen Reize aus der Umwelt (z. B. Berührung, Temperatur)
Motorische Nerven Steuern Muskelbewegungen
Vegetatives Nervensystem Reguliert lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Verdauung und Herzschlag

Das Gehirn eines Pferdes ist im Vergleich zur Körpergröße relativ klein. Dennoch kann ein Pferd sehr schnell lernen, sich erinnern und auf kleinste Signale reagieren.

Sinnesorgane Pferd

Pferde sind Fluchttiere und besitzen hochentwickelte Sinnesorgane, um ihre Umgebung frühzeitig wahrzunehmen.

Sinn Funktion
Sehsinn Sehr großes Sichtfeld, jedoch eingeschränkte Tiefenwahrnehmung
Gehörsinn Bewegliche Ohren erfassen Geräusche aus verschiedenen Richtungen
Tastsinn Empfindliche Haut und Tasthaare zur Wahrnehmung von Berührungen
Geruchssinn Wichtig für soziale Interaktion und Futterkontrolle
Geschmackssinn Erkennt bittere, süße und salzige Aromen, wählerisch bei Futter

Besonderheiten der Sinneswahrnehmung

  • Augen: Pferde haben ein fast rundum Sichtfeld von 340°, können jedoch nicht direkt vor oder hinter sich sehen.
  • Ohren: Pferde können ihre Ohren unabhängig voneinander um bis zu 180° drehen, um Geräusche aus verschiedenen Richtungen wahrzunehmen.
  • Tasthaare: Besonders an den Lippen und am Maul dienen sie der Orientierung und Futterkontrolle.
  • Geruchssinn: Pferde erkennen Artgenossen, Futter und sogar Emotionen durch Gerüche.

Die Kombination dieser hochentwickelten Sinne ermöglicht es Pferden, schnell auf Gefahren zu reagieren, ihre Umgebung präzise wahrzunehmen und mit Artgenossen sowie Menschen zu kommunizieren.

Fazit 

Das Pferd ist ein leistungsfähiges, anpassungsfähiges und sensibles Tier. Seine Anatomie ist darauf ausgelegt, sich effizient zu bewegen, Nahrung optimal zu verwerten und Umweltreize frühzeitig wahrzunehmen.

Wichtige Erkenntnisse aus der Anatomie des Pferdes:

  • Skelett und Bewegungsapparat: Das Pferdeskelett ist für Stabilität und Bewegung optimiert, während Muskeln, Sehnen und Bänder Kraftübertragung und Gelenkstabilität gewährleisten.
  • Verdauungssystem: Pferde benötigen kontinuierliche Futteraufnahme, da ihre Verdauung auf rohfaserreiche Nahrung ausgelegt ist. Falsche Fütterung kann zu Koliken oder Magengeschwüren führen.
  • Atmung und Kreislauf: Die Lunge ist hochleistungsfähig, aber empfindlich. Ein gut funktionierendes Herz-Kreislauf-System sorgt für Ausdauer und Leistungsfähigkeit.
  • Nervensystem und Sinnesorgane: Pferde nehmen ihre Umwelt anders wahr als Menschen – ihr Sehsinn ist auf weite Distanzen ausgelegt, während ihr Gehör und Geruchssinn sie vor Gefahren warnen.

Ein gutes Verständnis der Anatomie hilft, das Training, die Haltung und die Fütterung optimal an die natürlichen Bedürfnisse des Pferdes anzupassen und Verletzungen oder Erkrankungen vorzubeugen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Anatomie des Pferdes

Welche Organe liegen links beim Pferd?

Auf der linken Seite des Pferdes befinden sich unter anderem Teile des Magens, der Dünndarm, der linke Lungenflügel und ein großer Teil des Dickdarms, insbesondere der Blinddarm.

Was fördert den Muskelaufbau beim Pferd?

Gezieltes Training, eine proteinreiche Ernährung mit hochwertigen Aminosäuren sowie ausreichend Erholungsphasen sind essenziell für den Muskelaufbau.

Was sind PSSM2-Pferd-Symptome?

Pferde mit PSSM2 zeigen oft Muskelschwäche, Steifheit, schnelle Ermüdung und manchmal Muskelzittern oder Atrophie, insbesondere nach Belastung.

Wie baut man bei einem alten Pferd Muskeln auf?

Durch gelenkschonendes Training, gezielte Gymnastizierung, bergauf geführtes Training und eine angepasste proteinreiche Fütterung kann der Muskelabbau reduziert oder umgekehrt werden.

Wie baut man am schnellsten Muskeln beim Pferd auf?

Eine Kombination aus regelmäßigem, abwechslungsreichem Training (z. B. Bodenarbeit, Stangenarbeit, Bergauftraining) und einer ausgewogenen, proteinreichen Ernährung fördert den Muskelaufbau effektiv.

Was hilft bei einem PSSM2-Pferd?

Eine stärke- und zuckerarme Ernährung mit zusätzlichen Aminosäuren sowie ein angepasstes Bewegungsprogramm helfen, Symptome zu lindern und die Muskulatur zu stärken.

Wie lange dauert es, Muskeln beim Pferd aufzubauen?

Erste sichtbare Fortschritte treten nach etwa 6–8 Wochen auf, ein nachhaltiger Muskelaufbau dauert jedoch mehrere Monate bis ein Jahr.

Kann ein dünnes Pferd Muskeln aufbauen?

Ja, aber zuerst muss das Pferd sein Idealgewicht durch eine ausreichende und ausgewogene Nährstoffzufuhr erreichen. Danach kann gezieltes Training die Muskulatur stärken.

Wie baut man am besten Muskeln beim Pferd auf?

Durch abwechslungsreiches Training mit gezielten Übungen, eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Eiweiß und essentielle Regenerationsphasen kann das Muskelwachstum optimal gefördert werden.

Wie oft sollte man ein Pferd beim Muskelaufbau bewegen?

Drei bis fünf Trainingseinheiten pro Woche mit gezielten Übungen und ausreichend Pausen zur Regeneration sind optimal.

Warum baut mein Pferd keine Muskeln auf?

Mögliche Ursachen sind eine unausgewogene Ernährung, zu wenig oder falsches Training, gesundheitliche Probleme wie PSSM oder Magengeschwüre sowie zu kurze Erholungszeiten.

Wie trainiere ich den Trapezmuskel beim Pferd?

Vorwärts-Abwärts-Reiten, Stangenarbeit, Seitengänge und gezielte Dehnübungen fördern die Entwicklung des Trapezmuskels.

Wie viele Muskeln hat ein Pferd?

Ein Pferd besitzt etwa 700 verschiedene Muskeln, die für Bewegung, Stabilität und Körperfunktionen verantwortlich sind.

Welche Stoffe sind für den Muskelaufbau beim Pferd geeignet?

Hochwertige Proteine, essentielle Aminosäuren wie Lysin sowie Omega-3-Fettsäuren unterstützen den Muskelaufbau effektiv.

Wie bekommt mein Pferd mehr Muskeln?

Durch gezieltes Kraft- und Gymnastiktraining sowie eine angepasste Ernährung mit ausreichend Energie und Proteinen kann der Muskelaufbau gefördert werden. Mehr zum Thema Muskelaufbau kannst du in unserem Artikel zum Thema Muskelaufbau lesen.

Welche Aminosäuren sind für den Muskelaufbau beim Pferd wichtig?

Lysin, Methionin und Threonin sind essenziell für den Muskelaufbau, da sie den Proteinstoffwechsel unterstützen.

Was füttern für Muskelaufbau beim Pferd?

Eine ausgewogene Mischung aus Raufutter, hochwertigem Eiweiß (z. B. Luzerne, Leinsamen) und gegebenenfalls Ergänzungen mit Aminosäuren fördert das Muskelwachstum.

Wie kann ich bei meinem Pferd Bauchmuskeln aufbauen?

Durch gezielte Gymnastizierungsübungen wie Rückendehnungen, Bergauftraining, Seitengänge und Bodenarbeit kann die Bauchmuskulatur gestärkt werden.

Wie lange dauert Muskelaufbau beim Pferd?

Muskelaufbau ist ein langfristiger Prozess und dauert in der Regel mehrere Monate, erste Erfolge sind jedoch nach etwa 6–8 Wochen erkennbar.

Kann ein Pferd im Schritt Muskeln aufbauen?

Ja, gezieltes Schritttraining mit bergauf geführter Arbeit, Stangenübungen und Dehnübungen kann die Muskulatur effektiv stärken.

Wie erkenne ich ein gut bemuskeltes Pferd?

Ein gut bemuskeltes Pferd zeigt eine harmonische Muskelverteilung, einen gut ausgebildeten Rücken, eine runde Kruppe und eine gleichmäßige Entwicklung der Oberlinie.

Was stärkt die Knochen beim Pferd?

Eine ausgewogene Ernährung mit Kalzium, Phosphor, Vitamin D sowie regelmäßige Bewegung und Sonnenlicht stärken die Knochensubstanz.

Wie viele Knochen hat ein Pferd?

Ein Pferd besitzt etwa 205 Knochen, wobei die genaue Anzahl leicht variieren kann.

Wie viele Zähne hat ein Pferd?

Hengste und Wallache haben 40–44 Zähne, Stuten meist 36–40 Zähne, da die Eckzähne bei ihnen oft nicht ausgebildet sind.

Was beruhigt den Magen beim Pferd?

Eine kontinuierliche Fütterung von rohfaserreichem Futter wie Heu, ergänzt durch Magenschleimhautschützende Stoffe wie Lecithin oder Pektine, hilft, die Magensäure zu regulieren.

Wie therapiert man den Magen beim Pferd?

Bei Magengeschwüren helfen säurereduzierende Medikamente wie Omeprazol, in Kombination mit einer angepassten Fütterung mit vielen kleinen Mahlzeiten und wenig Stärke.

Was macht die Milz beim Pferd?

Die Milz speichert rote Blutkörperchen und setzt sie bei körperlicher Anstrengung frei, um die Sauerstoffversorgung zu verbessern.

Wie behandelt man ein geschwollenes Sprunggelenk bei einem Pferd?

Kühlung, Ruhigstellung und entzündungshemmende Maßnahmen wie Bandagen oder Medikamente sind die erste Behandlung. Eine tierärztliche Untersuchung ist bei anhaltender Schwellung notwendig.

Autor*in
Rosana SchmidtKlinikenMehr VON CMH.TV

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