Ob kleine Beschwerden oder zusätzliche Pflege – Hausmittel bieten einfache und natürliche Wege, deinem Pferd etwas Gutes zu tun. Sie können bei Husten, Hautproblemen, Verdauungsbeschwerden oder der Unterstützung des Fellwechsels helfen und sind oft leicht verfügbar.
In diesem Artikel erfährst du, welche Hausmittel wirklich wirken, wie du sie richtig anwendest und worauf du achten solltest, damit dein Pferd gesund und zufrieden bleibt.
Was sind Hausmittel bei Pferden?
Hausmittel sind bewährte, natürliche Methoden, die in der Pferdegesundheit zur Unterstützung bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden. Sie ergänzen die Veterinärmedizin und bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten:
Anwendungsbereiche von Hausmitteln in der Pferdegesundheit:
- Verdauungsprobleme und Magen-Darm-Gesundheit: Unterstützung bei Beschwerden wie Durchfall, Kotwasser, Blähungen, Magengeschwüren oder Koliken.
- Atemwegserkrankungen: Linderung von Husten, Schleimbildung, gereiztem Kehlkopf oder Schnupfen.
- Haut- und Fellprobleme: Behandlung von Hautinfektionen, Ekzemen, Sommerekzem, Schuppen oder Fellwechsel.
- Hufe und Beine: Unterstützung bei Strahlfäule, Beinschwellungen, angelaufenen Beinen oder Hufabszessen.
- Augen und Ohren: Pflege bei Bindehautentzündung oder tränenden Augen.
- Parasitenabwehr: Schutz vor Fliegen, Grasmilben, Kriebelmücken oder Insektenstichen.
- Allgemeine Gesundheit: Stärkung des Immunsystems, Unterstützung bei Entgiftung, Fieber oder Stress.
Wichtige Hinweise:
- Individuelle Verträglichkeit: Nicht jedes Hausmittel ist für jedes Pferd geeignet. Beispielsweise reagieren Pferde sehr empfindlich selbst auf kleinste Mengen Alkohol, daher sollte auf die Gabe von Malzbier verzichtet werden.
- Kombination mit Medikamenten: Einige Hausmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. So können Schleimstoffe aus Eibischwurzel die Aufnahme von Arzneimitteln beeinträchtigen.
- Tierärztliche Absprache: Vor der Anwendung von Hausmitteln sollte stets ein Tierarzt konsultiert werden, um Wechselwirkungen oder unerwünschte Effekte zu vermeiden
Hausmittel können eine wertvolle Ergänzung in der Pferdepflege sein, sollten jedoch mit Bedacht und in Absprache mit Fachleuten eingesetzt werden.
Hausmittel für Verdauungsprobleme und Magen-Darm-Gesundheit
Die Verdauung ist ein zentrales Thema in der Pferdegesundheit, denn das empfindliche Verdauungssystem von Pferden reagiert schnell auf Stress, Futterwechsel oder andere äußere Einflüsse. Häufige Probleme wie Kotwasser, Durchfall oder Koliken können nicht nur unangenehm für das Pferd sein, sondern auch schwerwiegende Folgen haben. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Hausmittel, die sanfte Hilfe bieten. In diesem Abschnitt erfährst du, welche Mittel bei spezifischen Verdauungsproblemen helfen, wie sie wirken und wie sie dosiert werden.
❗ Wichtige Hinweise
✔ Tierärztliche Konsultation: Bei Atemwegserkrankungen sollte stets ein Tierarzt hinzugezogen werden, um eine genaue Diagnose und geeignete Behandlung sicherzustellen.
✔ Individuelle Verträglichkeit: Nicht alle Pferde reagieren gleich auf bestimmte Hausmittel. Beobachte dein Pferd genau und setze das Mittel ab, wenn negative Reaktionen auftreten.
✔ Dosierung: Die angegebenen Dosierungen sind allgemeine Richtwerte. Die genaue Menge sollte individuell angepasst und mit einem Fachmann besprochen werden.
✔ Qualität der Mittel: Verwende nur hochwertige und für Pferde geeignete Produkte, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.
Die Anwendung dieser Hausmittel sollte stets in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes sicherzustellen.
Hausmittel |
Anwendung bei |
Dosierung/Fütterungsempfehlung |
Hinweise |
Aloe-Vera-Saft |
Magengeschwür, Magenprobleme |
50–100 ml täglich, ins Futter mischen |
Beruhigt die Magenschleimhaut; vor der Anwendung tierärztlichen Rat einholen. |
Leinsamenschleim |
Magengeschwür, Magenprobleme, Darmschutz, Durchfall, Kotwasser |
50–100 g Leinsamen mit heißem Wasser übergießen, quellen lassen, abkühlen und ins Futter mischen |
Bildet schützende Schleimschicht; ungequollene Leinsamen können toxisch sein. |
Kamillentee |
Magengeschwür, Magenprobleme, Darmschutz, Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen |
1–2 Tassen abgekühlten Tee ins Trinkwasser oder Futter geben |
Entzündungshemmend und beruhigend; nicht überdosieren. |
Süßholzwurzel |
Magengeschwür |
5–10 g getrocknete Wurzel als Tee zubereiten, abgekühlt ins Futter geben |
Fördert Schleimproduktion; nicht länger als 4–6 Wochen ohne tierärztlichen Rat anwenden. |
Eibischwurzel |
Magengeschwür |
10–20 g getrocknete Wurzel als Tee zubereiten, abgekühlt ins Futter geben |
Schleimstoffe können die Aufnahme von Medikamenten beeinträchtigen; nicht zeitgleich verabreichen. |
Mash |
Magenprobleme, Verdauungsstörungen, Durchfall, Verstopfung |
Gekochtes Mash aus Hafer, Weizenkleie und Leinsamen, lauwarm verfüttern |
Fördert die Verdauung und beruhigt den Magen; nicht zu häufig füttern, um Nährstoffungleichgewichte zu vermeiden. |
Flohsamenschalen |
Darmsanierung, Durchfall, Kotwasser, Verstopfung |
10–20 g pro Tag, mit Wasser aufquellen lassen und gequollen füttern |
Binden Sand und regulieren die Darmtätigkeit; ausreichende Wasserzufuhr sicherstellen. |
Apfelessig |
Kotwasser |
50 ml täglich ins Trinkwasser mischen |
Unterstützt die Darmflora; nicht bei empfindlichem Magen oder Übersäuerung anwenden. |
Karottenbrei |
Kotwasser, Durchfall |
1–2 Karotten pro Mahlzeit, kochen, pürieren und mit Wasser vermengen |
Pektine schützen die Darmschleimhaut und binden Giftstoffe; Karotten müssen gekocht sein. |
Heilerde |
Kotwasser, Durchfall |
20 g täglich in feuchtes Futter mischen |
Bindet überschüssige Flüssigkeit und Giftstoffe im Darm; auf Qualität und Reinheit achten. |
Hausmittel für Atemwegserkrankungen und Schleimlösung beim Pferd
Atemwegserkrankungen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen bei Pferden. Symptome wie trockener Husten, Schleimansammlungen, gereizter Kehlkopf, Schnupfen und Nasenausfluss können das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Tiere erheblich beeinträchtigen. Neben tierärztlichen Behandlungen können bestimmte Hausmittel unterstützend wirken, um die Atemwege zu entlasten und den Heilungsprozess zu fördern. In diesem Abschnitt werden verschiedene Hausmittel vorgestellt, die bei spezifischen Atemwegsbeschwerden eingesetzt werden können, einschließlich ihrer Wirkungsweise und Anwendungsempfehlungen.
❗ Wichtige Hinweise
✔ Tierärztliche Konsultation: Bei Atemwegserkrankungen sollte stets ein Tierarzt hinzugezogen werden, um eine genaue Diagnose und geeignete Behandlung sicherzustellen.
✔ Individuelle Verträglichkeit: Nicht alle Pferde reagieren gleich auf bestimmte Hausmittel. Beobachte dein Pferd genau und setze das Mittel ab, wenn negative Reaktionen auftreten.
✔ Dosierung: Die angegebenen Dosierungen sind allgemeine Richtwerte. Die genaue Menge sollte individuell angepasst und mit einem Fachmann besprochen werden.
✔ Qualität der Mittel: Verwende nur hochwertige und für Pferde geeignete Produkte, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.
Die Anwendung dieser Hausmittel sollte stets in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden des Pferdes sicherzustellen.
Hausmittel |
Anwendung bei |
Dosierung/Fütterungsempfehlung |
Hinweise |
Eukalyptusöl |
Schleimlösung, Unterstützung der Atemwege |
Einige Tropfen in heißem Wasser verdampfen lassen |
Nicht direkt auf die Schleimhäute auftragen; reizend bei empfindlichen Pferden |
Thymiantee |
Husten, Schleimlösung |
1–2 Tassen abgekühlten Tee über das Futter geben |
Schleimlösend und entzündungshemmend |
Kamille (Inhalation) |
Gereizter Kehlkopf, Nasenausfluss, Schnupfen |
Einige Hände voll Kamille in heißes Wasser geben und inhalieren lassen |
Beruhigt und lindert Entzündungen |
Salbei |
Husten, gereizter Kehlkopf |
1–2 Tassen Tee ins Futter oder Trinkwasser geben |
Antibakteriell und entzündungshemmend |
Honig |
Gereizter Kehlkopf, Husten |
1–2 EL täglich ins Futter mischen |
Beruhigt den Hals, wirkt antimikrobiell |
Isländisch Moos |
Trockener Husten, Schleimlösung |
10–20 g als Tee zubereiten und ins Futter geben |
Schützt Schleimhäute |
Schwarzkümmelöl |
Allgemeine Atemwegserkrankungen |
10–20 ml täglich ins Futter mischen |
Entzündungshemmend und immunstärkend |
Leinsamen (gekocht) |
Husten, gereizter Kehlkopf, Schleimlösung |
50 g mit heißem Wasser aufquellen lassen, ins Futter geben |
Beruhigend für Atemwege |
Knoblauch |
Schnupfen, allgemeine Atemwegserkrankungen |
10–20 g täglich ins Futter mischen |
Antibakteriell; vorsichtig dosieren |
Pfefferminze (Inhalation) |
Schnupfen, Nasenausfluss |
Hände voll Pfefferminze in heißem Wasser verdampfen |
Erfrischend, schleimlösend |